Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)
Name
Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)
Familie
Erebidae
Körpergröße
Falter Spannweite 35–42 mm; Raupenlänge bis 50 mm
Merkmale
Die Raupen der Zackeneule sind schlanke, bis 50 mm lange Tiere mit einer auffälligen hellen Seitenlinie, die von einem dunklen Unterstrich begleitet wird. Die Grundfärbung der Raupe ist grün, was eine gute Tarnung im Blattwerk der Futterpflanzen ermöglicht. Der ausgewachsene Falter ist leicht an seinen markant gezackten Flügelrändern zu erkennen, die ihm seinen deutschen Namen geben. Die Vorderflügel zeigen eine warme braun-orangefarbene Grundfärbung mit weißlichen und rotbraunen Zeichnungselementen sowie einem charakteristischen weißen Fleck nahe der Flügelmitte.
Lebensraum
Die Raupen leben bevorzugt an Pappeln und Weiden verschiedener Arten und sind damit an feuchte Standorte wie Auwälder, Ufergehölze, Feuchtwiesen und Parks gebunden, wo diese Baumarten häufig vorkommen. Die Raupen sind von Mai bis September anzutreffen. Der Falter selbst gehört zu den wenigen heimischen Nachtfaltern, die als Imago überwintern. Er erscheint bereits ab Juli und überwintert in Höhlen, Kellern oder Hohlräumen, um im zeitigen Frühjahr erneut aktiv zu werden.
Besonderheiten
Die Zackeneule zeigt ein bemerkenswertes Schutzverhalten: Bei Gefahr lassen die Raupen sich sofort fallen und entgehen so Fressfeinden. Zur Verpuppung spinnen die Raupen mehrere Blätter zu einem festen Kokon zusammen. Besonders auffällig ist die Überwinterungsstrategie des Falters: Anders als viele verwandte Arten überwintert die Zackeneule als fertiger Falter und kann daher bereits an warmen Wintertagen aktiv beobachtet werden. Sie gilt als häufige und weit verbreitete Art in Europa und ist nicht gefährdet. Eine Verwechslung mit anderen heimischen Eulenfaltern ist aufgrund der charakteristischen Flügelzackung und Färbung kaum möglich.