Vielzahn-Johanniskrauteule (Actinotia polyodon)
Name
Vielzahn-Johanniskrauteule (Actinotia polyodon)
Familie
Eulenfalter (Noctuidae)
Körpergröße
Falter Spannweite 28–34 mm; Raupenlänge bis ca. 35 mm
Merkmale
Die Raupe der Vielzahn-Johanniskrauteule ist auffällig rotbraun gefärbt und trägt an beiden Körperseiten ein markantes weißes Längsband, das sie gut erkennbar macht. Der Körper ist schlank und zeigt die für viele Eulenraupen typische glatte Oberfläche. Der fertige Falter besitzt rotbraun gemusterte Vorderflügel mit einem charakteristischen Wellenlinienmuster und hellen Querstreifen, die der Art ihren Namen Vielzahn eingebracht haben. Die Hinterflügel sind heller, meist gelblich-grau.
Lebensraum
Die Art besiedelt bevorzugt sonnige, magere Standorte wie Trockenrasen, Säume, Wegränder, Lichtungen und Böschungen, überall dort, wo die Hauptfutterpflanze Johanniskraut (Hypericum perforatum) in größeren Beständen vorkommt. Auch lichte Wälder und Waldränder werden besiedelt. Die Falter fliegen in zwei Generationen pro Jahr, die erste vor allem von Mai bis Juni und die zweite von Juli bis August. Tagsüber sitzen die Falter gut getarnt an Pflanzen und Rinde, die nachtaktiven Tiere besuchen Lichtquellen und Blüten.
Besonderheiten
Tagsüber verstecken sich die Raupen geschickt in den Blattachseln ihres Nahrungsbaums, was sie vor Fressfeinden schützt. Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium, erst ab Mai des Folgejahres schlüpfen die Falter der neuen Generation. Die enge Bindung an Johanniskraut macht die Art zu einem sogenannten Monophagen, also einem Spezialisten mit stark eingeschränktem Nahrungspflanzenspektrum. Durch den Rückgang von Magerstandorten und intensivere Landnutzung ist der Lebensraum dieser Art in Mitteleuropa stellenweise unter Druck geraten. Eine Verwechslung ist mit der nahverwandten Actinotia radiosa möglich, die ebenfalls an Johanniskrautgewächsen lebt und ähnliche Flügelmuster aufweist.