Tagpfauenauge (Aglais io)
Name
Tagpfauenauge (Aglais io)
Familie
Edelfalter (Nymphalidae)
Körpergröße
Spannweite 50–55 mm; Raupenlänge 35–42 mm
Merkmale
Die Raupen vom Tagpfauenauge sind schwarz mit weißen Punkten und schwarzen Dornen besetzt und leben gesellig in Gespinstnestern. Das Tagpfauenauge gehört zu den auffälligsten Tagfaltern Mitteleuropas. Die Oberseite der Flügel ist leuchtend rotbraun gefärbt und trägt auf jedem Flügel ein markantes, augenartiges Muster in Blau, Schwarz, Gelb und Weiß – die sogenannten Pfauenaugen, die dem Falter seinen Namen geben. Die Flügelränder sind dunkel und leicht gezackt. Die Flügelunterseite ist hingegen dunkelbraun bis schwärzlich und tarnt den ruhenden Schmetterling hervorragend als Baumrinde oder totes Laub.
Lebensraum
Das Tagpfauenauge besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Gärten, Parks, Waldränder, Wiesen, Ruderalflächen und Brennnesselbestände in Siedlungsnähe. Als Raupennahrungspflanze dient fast ausschließlich die Große Brennnessel (Urtica dioica). Der Falter überwintert als Imago in Höhlen, Kellern, Dachböden oder hohlen Bäumen und ist daher bereits ab Februar oder März bei mildem Wetter zu beobachten. Die Hauptflugzeit erstreckt sich von März bis Oktober, mit zwei Generationen pro Jahr.
Besonderheiten
Wird das Tagpfauenauge von einem Fressfeind bedroht, öffnet es ruckartig die Flügel und präsentiert seine großen Augenflecke – ein wirkungsvolles Schreckverhalten, das Vögel und andere Räuber in die Flucht schlagen kann. Gleichzeitig erzeugt es dabei ein zischendes Geräusch durch Reiben der Flügel. Die Art überwintert als fertiger Schmetterling und legt nach der Paarung im Frühjahr bis zu 200 Eier gebündelt an Brennnesseln ab. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Raupen und leben zunächst gesellig zusammen. Die Verpuppung erfolgt nach weiteren drei bis vier Wochen. Das Tagpfauenauge gilt als häufige und ungefährdete Art, profitiert jedoch von brennnesselreichen Gärten und naturnaher Flächenpflege.