Kleiner Rauch-Sackträger (Psyche casta)
Name
Kleiner Rauch-Sackträger (Psyche casta)
Familie
Psychidae (Sackträger)
Körpergröße
Männchen Spannweite ca. 14–18 mm; Raupensack ca. 15–20 mm lang
Merkmale
Die Raupe des Kleinen Rauch-Sackträgers lebt in einem charakteristischen Gespinstsack, an dem kleine Stöckchen, Pflanzenteile und Bodenpartikel befestigt werden. Dieser Sack dient als Schutz und wird von der Raupe stets mit sich getragen. Das Männchen ist ein unscheinbarer, graubraun gefärbter Falter mit schwach behaarten Flügeln und federbüschelartigen Fühlern. Das Weibchen hingegen ist völlig flügellos, besitzt kaum entwickelte Beine und verbringt sein Leben nahezu vollständig im Sack. Es ähnelt äußerlich eher einer Larve als einem Schmetterling.
Lebensraum
Die Art besiedelt ein breites Spektrum offener und halboffener Lebensräume wie Magerrasen, Heiden, Wegränder, lichte Wälder und Gärten. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern, Flechten und krautigen Pflanzen. Die Raupen sind von Mai bis Juli aktiv und gut zu beobachten. Die Flugzeit der Männchen erstreckt sich hauptsächlich von April bis Juni, wobei die geflügellosen Weibchen im Sack verbleiben und dort auch die Eiablage vornehmen.
Besonderheiten
Eine der auffälligsten Besonderheiten der Sackträger als Familie ist die extreme Reduktion der Weibchen: Sie sind flügellos, nahezu beinlos und verlassen den Sack in der Regel nie. Die Befruchtung erfolgt, indem das Männchen sein Abdomen in die Sacköffnung einführt. Die Weibchen sterben oft direkt nach der Eiablage im Inneren des Sacks. Die Raupen sind parthenogenetisch vermehrungsfähig, was bedeutet, dass sich unbefruchtete Weibchen fortpflanzen können. Psyche casta gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und ist nicht gefährdet. Verwechslungen sind mit anderen Psychidae-Arten möglich, etwa Psyche viciella, die jedoch einen etwas anderen Sackbau aufweist.