Schwammspinner (Lymantria dispar)

Die Raupen vom Schwammspinner findet man in verschiedenen Wäldern

Name

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Familie

Erebidae

Körpergröße

Spannweite Männchen 37–50 mm, Weibchen 58–80 mm; Raupenlänge bis ca. 60 mm

Merkmale

Die ausgewachsene Raupe des Schwammspinners ist unverwechselbar: Ihr dunkelgrauer bis schwarzer Körper trägt auffällige Warzenpaare, die ersten fünf Paare leuchtend blau, die folgenden sechs Paare kräftig rot gefärbt. Dazu kommen lange, büschelartig abstehende Haare in gelblich-grauer Farbe. Junge Raupen wirken zunächst deutlich unauffälliger und kleiner, zeigen aber bereits die charakteristische Behaarung. Die Männchen der Falter sind dunkelbraun mit welligen Querbinden auf den Vorderflügeln, während die Weibchen wesentlich größer und cremeweiß gefärbt sind.

Lebensraum

Der Schwammspinner besiedelt Laub- und Mischwälder in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas, wo er in wärmebegünstigten Lagen besonders häufig auftritt. Als Nahrungspflanzen dienen zahlreiche Laubgehölze, darunter Eiche, Linde, Weide, Birke und viele weitere Arten – die Art gilt daher als ausgesprochener Polyphage. Die Raupen erscheinen von April bis Juni und durchlaufen mehrere Häutungsstadien bis zur Verpuppung. Die Falter fliegen im Hochsommer, typischerweise von Juli bis August.

Besonderheiten

Der Schwammspinner ist bekannt für seine zyklischen Massenvermehrungen, bei denen Raupen ganze Waldbestände nahezu vollständig entlauben können. Solche Gradationen können erhebliche forstwirtschaftliche Schäden verursachen und kommen sowohl in Europa als auch in Nordamerika vor, wohin die Art versehentlich eingeschleppt wurde. Weibchen sind flugunfähig und legen ihre Eier in schwammartige, mit Haaren durchsetzte Gelege ab – daher der deutsche Name Schwammspinner. Die Raupenhaare können bei manchen Menschen Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen. Natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen, Viren und Pilzerkrankungen regulieren die Populationen langfristig wieder.