Großer Frostspanner (Erannis defoliaria)
Name
Großer Frostspanner (Erannis defoliaria)
Familie
Geometridae (Spanner)
Körpergröße
Spannweite Männchen 35–40 mm, Weibchen flügellos; Raupenlänge 30–35 mm
Merkmale
Die Raupe des Großen Frostspanners ist sehr variabel bräunlich, gelblich oder rötlich gefärbt und besitzt eine auffällige dunkle Doppel-Rückenlinie sowie helle Seitenstreifen. Sie bewegt sich typisch spannerartig fort, indem sie den Körper bogenförmig aufwölbt. Das Männchen ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit gelblich-braunen bis ockergelben Vorderflügeln, die meist von dunklen Querbinden durchzogen werden. Das Weibchen ist völlig flügellos, hat einen gelblich-weißen bis gelblich-braunen, dunkel gefleckten Körper und ähnelt einer kleinen Spinne, was es deutlich von vielen anderen Spannerarten unterscheidet.
Lebensraum
Die Raupen leben von April bis Juni bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, wo sie Blätter und Fruchtknospen verschiedener Laubbäume wie Buche, Eiche und Birke fressen. Die adulten Falter erscheinen dagegen im Spätherbst und frühen Winter, typischerweise von Oktober bis Dezember, was dem Tier seinen Namen eingebracht hat. Die Flugzeit der Männchen fällt in die ersten Frostnächte, während die flugunfähigen Weibchen die Baumstämme hochklettern, um dort ihre Eier abzulegen.
Besonderheiten
Der Große Frostspanner gilt als bedeutender Forstschädling. Bei Massenvermehrungen können die Raupen ganze Waldbestände kahlfressen und erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Als Gegenmaßnahme werden in der Forstwirtschaft häufig Leimringe an Baumstämmen angebracht, die die flugunfähigen Weibchen beim Aufstieg abfangen und so die Eiablage verhindern. Verwechslungen sind möglich mit dem Kleinen Frostspanner (Operophtera brumata), der ebenfalls im Herbst fliegt und ähnliche Lebensräume besiedelt, jedoch etwas kleiner ist.