Blauer Eichenzipfelfalter (Favonius quercus)

Die Raupen von Favonius quercus

Name

Blauer Eichenzipfelfalter (Favonius quercus)

Familie

Bläulinge (Lycaenidae)

Körpergröße

Spannweite 35–40 mm; Raupenlänge: bis ca. 17 mm

Merkmale

Der Blaue Eichenzipfelfalter ist ein mittelgroßer Schmetterling aus der Familie der Bläulinge. Die Oberseite der Männchen schimmert auffällig blauviolett mit einem metallischen Glanz, während die Weibchen oberseits überwiegend braun gefärbt sind und lediglich an der Flügelbasis blaue Bestäubung zeigen. Die Unterseite beider Geschlechter ist einheitlich graubraun und zeigt die für Zipfelfalter typische feine weiße Strichlinie sowie einen charakteristischen Schwänzchen-Fortsatz am Hinterflügel. Die Raupe ist grün gefärbt, flach und weist eine helle Seitenlinie auf, was ihr eine gute Tarnung zwischen Eichenblättern und Blüten verleiht.

Lebensraum

Der Blaue Eichenzipfelfalter besiedelt lichte Laubwälder, Waldränder, Eichen-Hainbuchenwälder sowie Heckenlandschaften, in denen Eichen als Nahrungspflanzen vorhanden sind. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Mittelasiens verbreitet. Die Raupen leben von Mai bis Juni im Kronenbereich der Eichen und ernähren sich bevorzugt von Blüten sowie dem Blattgewebe. Ab Juni lassen sich die Raupen zu Boden fallen und verpuppen sich in der Laubstreuschicht. Die Falter fliegen in einer Generation von Juli bis September und halten sich überwiegend in den Baumkronen auf.

Besonderheiten

Besonders auffällig ist das Verhalten der Raupen: Sie fressen nicht nur Blattgewebe, sondern bevorzugen die Blüten der Eichen, was sie von vielen anderen Raupenarten unterscheidet. Das aktive Fallenlassen vom Baum zur Verpuppung in der Streuschicht ist eine bemerkenswerte Strategie, um Fressfeinden zu entgehen. Die Falter sind ausgesprochen baumbewohnend und sitzen oft in großer Höhe in Eichenkronen, weshalb sie trotz ihrer Häufigkeit selten beobachtet werden. Als Verwechslungsart kommt der Pflaumenzipfelfalter (Satyrium pruni) in Betracht, der jedoch eine andere Flügelzeichnung aufweist. In Deutschland gilt die Art derzeit als nicht gefährdet.