Landkärtchen (Araschnia levana)

Die Raupen vom Landkärtchen findet man an Urtica dioica

Name

Landkärtchen (Araschnia levana)

Familie

Nymphalidae (Edelfalter)

Körpergröße

Spannweite 28–34; Raupenlänge 25–28 mm

Merkmale

Die Raupe des Landkärtchens ist etwa 20 bis 25 Millimeter lang. Sie ist meist dunkelgrau bis schwarz gefärbt und besitzt helle Längsstreifen. Auffällig sind die vielen gelblichen oder rötlichen Dornen am Körper. Der Kopf ist schwarz und trägt ebenfalls kleine Dornen. Das Landkärtchen ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einem auffälligen Saisondimorphismus: Die Frühjahrsform zeigt eine überwiegend orangerote Oberseite mit schwarzen Flecken und weißen Punkten, während die Sommerform deutlich dunkler ist – fast schwarz mit weißen Querbändern, sodass beide Generationen auf den ersten Blick wie völlig verschiedene Arten wirken. Die Unterseite beider Formen zeigt ein feines, landkartenartiges Adernetz in Braun- und Ockertönen, das dem Falter seinen treffenden Namen gegeben hat.

Lebensraum

Das Landkärtchen bewohnt feuchte, halbschattige Lebensräume wie Waldränder, Lichtungen, Bachufer, Auwälder und Moore – überall dort, wo die Futterpflanze der Raupe, die Große Brennnessel (Urtica dioica), in dichten Beständen wächst. Auch Gärten und Wegränder mit Brennnesselfluren werden besiedelt. Die Art bildet zwei Generationen pro Jahr aus: Die Raupen der ersten Generation sind von Mai bis Juni zu finden, jene der zweiten Generation von Juli bis August. Die Falter der Frühjahrsgeneration fliegen von April bis Juni, die der Sommergeneration von Juli bis September.

Besonderheiten

Der ausgeprägte Saisondimorphismus des Landkärtchens ist eine der faszinierendsten Erscheinungen unter den mitteleuropäischen Tagfaltern und wird durch die unterschiedliche Tageslänge während der Larvalentwicklung gesteuert. Die Art überwintert als Puppe. Verwechslungen mit anderen Arten sind aufgrund des charakteristischen Musters kaum möglich, obwohl Frühjahrs- und Sommerform selbst erfahrene Beobachter gelegentlich überraschen. Das Landkärtchen gilt in Mitteleuropa als ungefährdet und profitiert von naturnahen Gärten mit Brennnesselecken. Als Wirtspflanze ist Urtica dioica unentbehrlich – ohne diese Pflanze ist eine Reproduktion nicht möglich.