Schmeißfliege Pollenia amentaria
Name
Pollenia amentaria
Familie
Polleniidae (Wurmfliegen)
Körpergröße
Körperlänge 8–10 mm
Merkmale
Pollenia amentaria ist eine mittelgroße Schmeißfliege mit einer Körperlänge von 8 bis 10 mm. Wie andere Vertreter der Gattung Pollenia zeigt auch diese Art ein charakteristisches Erscheinungsbild: Der Thorax ist dunkel gefärbt und trägt goldgelbe bis bräunliche, gekräuselte Härchen, die ein typisches Merkmal der gesamten Gattung darstellen und gut zur Bestimmung herangezogen werden können. Der Hinterleib wirkt im Licht oft schimmernd. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Augenstellung – Männchen besitzen eng zusammenstehende Augen (holoptin), Weibchen dagegen dichoptin mit deutlichem Stirnstreifen.
Lebensraum
Pollenia amentaria ist ganzjährig anzutreffen und bewohnt eine Vielzahl von Lebensräumen. Die Art kommt in Wäldern, Wiesen, Gärten und strukturreichen Kulturlandschaften vor, bevorzugt jedoch Bereiche mit feuchten, lockeren Böden, da die Larven auf Regenwürmer als Wirte angewiesen sind. Erwachsene Tiere finden sich häufig an Blüten, besonders an offenen Doldenblüten, aber auch an organischen Substraten. Die Imagines sind in Mitteleuropa über weite Teile des Jahres aktiv, wobei die Hauptaktivität in den Sommermonaten liegt. Im Herbst suchen adulte Tiere gerne Gebäude und geschützte Hohlräume zum Überwintern auf.
Besonderheiten
Besonders interessant ist die parasitische Lebensweise der Larven: Die Weibchen der Gattung Pollenia legen ihre Eier in den Erdboden ab, und die geschlüpften Larven dringen aktiv in lebende Regenwürmer ein, ernähren sich von deren Gewebe und töten den Wirt schließlich ab – ein als Koinobiose einzustufendes parasitoïdes Verhalten. Für Pollenia amentaria wird diese Entwicklungsweise analog zu anderen Gattungsvertretern angenommen. Adulte Tiere sind in ihrer Ernährung wenig wählerisch und nehmen sowohl Blütennektar als auch Fäkalien auf. Die Gattung Pollenia umfasst in Mitteleuropa mehrere ähnlich aussehende Arten, was eine sichere Bestimmung oft nur durch mikroskopische Untersuchung ermöglicht.