Otternköpfchen (Raphidia ophiopsis)
Name
Otternköpfchen (Raphidia ophiopsis)
Familie
Raphidiidae
Körpergröße
Körperlänge ca. 10–15 mm, Flügelspannweite ca. 20–28 mm
Merkmale
Das auffälligste Merkmal aller Kamelhalsfliegen ist das stark verlängerte Prothorax-Segment, das dem Tier seinen namensgebenden, kamelartigen Hals verleiht. Die Flügel sind transparent und zeigen ein charakteristisches Adernmuster, das zur Artbestimmung herangezogen wird. Bei Raphidia ophiopsis ist das Flügelmal (Pterostigma) braun gefärbt und wird von nur einer einzigen Ader durchzogen – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten. Weibchen besitzen einen langen, schlanken Legebohrer.
Lebensraum
Raphidia ophiopsis besiedelt eher trockene Wälder, darunter Kiefernwälder und lichte Laubmischwälder. Die Art hält sich bevorzugt im Kronenbereich der Bäume auf, weshalb Bodenfunde vergleichsweise selten sind. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis Juni.
Besonderheiten
Kamelhalsfliegen sind räuberische Insekten: Sowohl die Larven als auch die erwachsenen Tiere ernähren sich von kleinen Gliederfüßern. Die Larven leben unter der Rinde von Bäumen und erbeuten dort kleine Insekten und andere Gliederfüßer. Auch die erwachsenen Tiere jagen kleine Insekten, unter anderem Blattläuse. Die Larven entwickeln sich über einen längeren Zeitraum unter der Rinde und durchlaufen mehrere Larvenstadien. Aufgrund ihrer Lebensweise an Bäumen werden Kamelhalsfliegen von Naturbeobachtern vergleichsweise selten direkt angetroffen; Nachweise gelingen unter anderem durch gezielte Suche an geeigneten Bäumen. Die Bestimmung der zahlreichen europäischen Arten erfordert genaue Betrachtung des Pterostigmas und der Flügeladerung.