Köcherfliegen-Gattung Polycentropus

Köcherfliegen-Gattung Polycentropus

Name

Polycentropus

Familie

Polycentropodidae

Körpergröße

Flügelspannweite ca. 10–20 mm (je nach Art)

Merkmale

Die Arten der Gattung Polycentropus sind mittelgroße Köcherfliegen mit schlankem Körperbau und charakteristisch langen, borstenartigen Antennen. Die Flügel sind dicht behaart und werden in Ruhestellung dachförmig über dem Hinterleib gefaltet – ein typisches Merkmal der Köcherfliegen allgemein. Die Grundfärbung ist meist bräunlich bis graubraun, oft mit feiner, unscheinbarer Musterung. Die einzelnen Arten der Gattung ähneln sich äußerlich stark, sodass eine sichere Artbestimmung häufig nur durch mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen möglich ist.

Lebensraum

Polycentropus-Arten sind eng an Gewässer gebunden, da ihre Larven aquatisch leben. Bevorzugte Lebensräume sind saubere, sauerstoffreiche Fließgewässer wie Bäche und kleine Flüsse, aber auch stehende Gewässer werden besiedelt. Die erwachsenen Tiere halten sich tagsüber meist versteckt in der Ufervegetation auf und sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Art und Region von etwa April bis Oktober, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Besonders bemerkenswert ist das Jagdverhalten der Larven: Anders als viele andere Köcherfliegen-Larven bauen die Larven von Polycentropus keine tragbaren Köcher, sondern legen röhrenförmige Fangnetze aus Seide an, mit denen sie Kleinstlebewesen wie Kleinkrebse, Eintagsfliegenlarven und organische Partikel aus dem Wasser filtern. Diese Netze werden an Steinen oder anderen Substraten im Gewässer befestigt. Köcherfliegen gelten als wichtige Bioindikatoren für die Gewässergüte, da viele Arten empfindlich auf Wasserverschmutzung reagieren. Verwechslungen mit anderen ähnlichen Gattungen aus der Familie Polycentropodidae sind ohne genaue Untersuchung leicht möglich.