Kronen-Schnepfenfliege (Chrysopilus cristatus)
Name
Kronen-Schnepfenfliege (Chrysopilus cristatus)
Familie
Rhagionidae (Schnepfenfliegen)
Körpergröße
6–8 mm Körperlänge
Merkmale
Die Kronen-Schnepfenfliege ist eine mittelgroße, schlanke Fliege mit charakteristisch langem, schnabelartig vorgestrecktem Rüssel, der der gesamten Gattung ihren deutschen Namen eingebracht hat. Das Männchen zeigt auf dem Hinterleib eine auffällige schwarz-weiße Bänderung, die sehr kontrastreich wirkt. Die Augen sind beim Männchen holopisch, das heißt sie stoßen auf der Stirn zusammen, was ein typisches Merkmal vieler männlicher Zweiflügler ist. Die Beine sind überwiegend hell gefärbt, die Flügel glasig-transparent mit dezenter Äderung. Weibchen wirken insgesamt etwas gedrungener und zeigen eine weniger kontrastreiche Zeichnung.
Lebensraum
Die Kronen-Schnepfenfliege besiedelt bevorzugt feuchte Habitate wie Feuchtwiesen, Uferstreifen, Erlenbruchwälder und Waldränder in Gewässernähe. Die Art ist in geeigneten Lebensräumen weit verbreitet und gilt als recht häufig. Imagines sitzen oft ruhig auf Blättern oder Stängeln im Halbschatten und sind gut zu beobachten. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten Juni und Juli.
Besonderheiten
Über die Larvalbiologie der Kronen-Schnepfenfliege ist bekannt, dass die Larven im feuchten Boden oder in morschem Holz leben und sich räuberisch von anderen Kleintieren ernähren – ein typisches Merkmal innerhalb der Familie der Schnepfenfliegen. Adulte Tiere nehmen kaum oder keine Nahrung auf. Verwechslungen sind mit anderen Arten der Gattung Chrysopilus möglich, die ähnliche Lebensräume besiedeln und ebenfalls eine gebänderte Hinterleibszeichnung aufweisen; eine genaue Bestimmung erfordert oft die Betrachtung der Geschlechtsmerkmale. Die Art gilt derzeit als nicht gefährdet, ist jedoch auf den Erhalt feuchter Lebensräume angewiesen und kann bei Trockenlegung von Feuchtwiesen und Mooren lokal zurückgehen.