Ruderwanze Sigara

Männliche Ruderwanze

Name

Sigara

Familie

Corixidae (Ruderwanzen)

Körpergröße

4–10 mm (je nach Art)

Merkmale

Ruderwanzen der Gattung Sigara sind mittelgroße, stromlinienförmige Wasserwanzen mit einem abgeflachten, länglich-ovalen Körper. Die Oberseite ist meist bräunlich bis gelblich gemustert mit feinen Querbändern oder Netzzeichnungen, die eine hervorragende Tarnung im Wasser bieten. Die Hinterbeine sind zu charakteristischen Ruderbeinen umgebildet – abgeplattet und mit langen Haarsäumen besetzt – und ermöglichen eine schnelle, ruderartige Fortbewegung. Die Vorderbeine der Männchen tragen artspezifische Strigulationsorgane, die zur Unterscheidung der zahlreichen Sigara-Arten herangezogen werden.

Lebensraum

Sigara-Arten besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben, Moorgewässer und Seen – so auch das Rehburger Moor in Niedersachsen, wo das abgebildete Exemplar im September 2017 gefunden wurde. Sie bevorzugen flache, pflanzenreiche Uferzonen mit ausreichend Vegetation. Als gute Flieger wechseln Ruderwanzen bei Bedarf zwischen Gewässern. Adulte Tiere sind ganzjährig anzutreffen, am aktivsten jedoch von Frühjahr bis Herbst, mit einer Hauptaktivitätsphase von März bis Oktober.

Besonderheiten

Die Gattung Sigara ist artenreich und in Europa mit zahlreichen schwer unterscheidbaren Arten vertreten, weshalb eine sichere Bestimmung bis zur Art meist nur anhand von Genitalmerkmalen oder der Strigulationsorgane der Männchen möglich ist. Ruderwanzen atmen Luft und müssen regelmäßig an die Wasseroberfläche, wo sie einen Luftvorrat unter den Flügeldecken erneuern. Sie ernähren sich von Algen, Detritus und organischen Schwebstoffen. Gegenüber Störungen reagieren sie mit schnellen Tauchbewegungen. Viele Arten sind nachtaktiv und fliegen dann auch zur Lichtquelle. Die Ruderwanzen gelten als ökologisch wertvolle Bioindikatoren für den Zustand von Stillgewässern.