Wasserskorpion (Nepa cinerea)

Nepa cinerea Merkmale

Name

Wasserskorpion (Nepa cinerea)

Familie

Nepidae

Körpergröße

12–23 mm Körperlänge, zuzüglich ca. 10 mm Atemrohr

Merkmale

Der Wasserskorpion ist eine flachgedrückte, ovale Wasserwanze mit einem charakteristischen, langen Atemrohr am Hinterleibsende, das zum Atmen an die Wasseroberfläche geführt wird. Die Färbung ist variabel: Neben dunkelbraunen bis schwarzen Exemplaren kommen auch hell- oder graubraune Farbmorphen vor. Die Oberseite wirkt durch die Färbung und die raue Textur der Körperoberfläche wie ein Blatt oder ein Schlammstück, was der Tarnung dient. Die Vorderbeine sind zu kräftigen Fangbeinen umgebildet und erinnern optisch an die Scheren eines Skorpions, worauf der deutsche Name zurückgeht. Trotz vorhandener Flügel fliegen die Tiere kaum.

Lebensraum

Nepa cinerea besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer in ganz Mitteleuropa. Bevorzugte Lebensräume sind flache, pflanzenreiche Uferzonen von Teichen, Weihern, Gräben und ruhigen Flussabschnitten mit schlammigem Grund. Die Tiere halten sich meist dicht unter der Wasseroberfläche oder im Uferbereich auf. Die Art ist das ganze Jahr über anzutreffen, da sie auch unter dem Eis überwintert. Aktive Tiere mit Paarungsverhalten und Eiablage sind vor allem von April bis September zu beobachten.

Besonderheiten

Trotz seiner beeindruckenden Erscheinung ist der Wasserskorpion für Menschen völlig ungefährlich. Er ist ein lauernder Räuber, der Wasserinsekten, kleine Krebstiere und sogar Kaulquappen mit seinen Fangbeinen greift und mit dem Stechrüssel aussaugt. Das Atemrohr ist kein Stachel, sondern eine zweiteilige Rinne, durch die der Wasserskorpion Luft von der Oberfläche aufnimmt. In Deutschland ist die Art weit verbreitet und gilt derzeit als nicht gefährdet. Verwechslungen sind kaum möglich, da Nepa cinerea durch das Atemrohr und die charakteristische Körperform einzigartig ist. Lediglich der seltenere Rückenschwimmer oder andere Wasserwanzen könnten Ungeübten zunächst ähnlich erscheinen.