Ruderwanze Sigara lateralis

Pionierart Sigara lateralis Lebensräume

Name

Sigara lateralis

Familie

Corixidae (Ruderwanzen)

Körpergröße

Körperlänge 5–6,4 mm

Merkmale

Sigara lateralis ist eine mittelgroße Ruderwanze mit dem für Corixiden typischen länglich-ovalen, dorsoventral abgeflachten Körperbau. Die Oberseite zeigt ein charakteristisches, fein gemustertes Zeichnungsmuster aus hellen und dunklen Querbändern auf bräunlichem Grund, das zur Tarnung im Gewässer beiträgt. Die Vorderbeine sind zu Schöpflöffeln umgebildet, mit denen die Tiere Nahrungspartikel aufnehmen. Die Hinterbeine sind als kräftige Ruderbeine ausgebildet und mit langen Schwimmhaaren besetzt, die den typischen rudernden Schwimmstil ermöglichen. Wie alle Ruderwanzen trägt die Art eine Luftblase unter den Deckflügeln, die als Atemreservoir dient.

Lebensraum

Sigara lateralis besiedelt ganzjährig ein breites Spektrum stehender und langsam fließender Gewässer. Als ausgesprochene Pionierart zeigt sie eine besondere Vorliebe für neu entstandene, vegetationsarme Gewässer wie Pfützen, Tümpel, Regenrückhaltebecken oder überflutete Senken. Bemerkenswert ist die hohe Toleranz gegenüber widrigen Bedingungen: Die Art kommt sowohl in brackigen Gewässern mit erhöhtem Salzgehalt als auch in sauren Gewässern mit niedrigem pH-Wert vor. Erwachsene Tiere sind ganzjährig aktiv, wobei die Hauptflugzeiten im Frühjahr und Herbst liegen, wenn die Art neue Gewässer aufsucht.

Besonderheiten

Sigara lateralis gilt als eine der anpassungsfähigsten heimischen Wasserwanzen. Ihre Fähigkeit, rasch neu entstehende Lebensräume zu kolonisieren, verdankt sie ihrer ausgeprägten Flugaktivität – die Tiere sind gute Flieger und können auch nächtlich aktiv sein, wobei sie von Lichtquellen angelockt werden. Die Art ernährt sich omnivor von Algen, Detritus und kleinen Mikroorganismen. Innerhalb der artenreichen Gattung Sigara kann die Bestimmung auf Artniveau anspruchsvoll sein, da viele Arten einander ähneln und eine genaue Untersuchung der Genitalstrukturen sowie der Strigil-Struktur der Vorderbeine erforderlich sein kann. Sigara lateralis ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt derzeit als nicht gefährdet.