Gemeiner Teichläufer (Hydrometra stagnorum)
Name
Gemeiner Teichläufer (Hydrometra stagnorum)
Familie
Hydrometridae (Teichläufer)
Körpergröße
Körperlänge 9–12 mm
Merkmale
Der Gemeine Teichläufer ist ein außergewöhnlich schlankes, nadelförmiges Insekt mit einem auffällig langen, fadenförmigen Kopf, der weit vor den Augen in eine schnabelartige Spitze ausläuft. Der Körper ist graubraun bis dunkelbraun gefärbt und oft mit feinen hellen Längsstreifen versehen. Die sechs langen, zarten Beine sind gleichmäßig am Körper verteilt und enden in winzigen Haftstrukturen. Die Flügel sind bei den meisten Individuen stark verkürzt (brachypter), sodass die Tiere flugunfähig sind. Langflügelige, flugfähige Exemplare (makropter) kommen nur selten vor.
Lebensraum
Der Gemeine Teichläufer besiedelt den Uferbereich stehender und langsam fließender Gewässer wie Teiche, Weiher, Gräben, Altwässer und ruhige Flussabschnitte. Bevorzugt werden Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs am Ufer, da die Tiere Deckung und Jagdgründe benötigen. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und in Mitteleuropa ganzjährig anzutreffen, wobei die Hauptaktivitätszeit von April bis Oktober reicht. Erwachsene Tiere überwintern in der Ufervegetation.
Besonderheiten
Dank hydrophober Beinhaare nutzt der Gemeine Teichläufer die Oberflächenspannung des Wassers, um nahezu schwerelos über die Wasseroberfläche zu gleiten, ohne einzusinken. Er ist ein aktiver Räuber und erbeutet kleine Insekten, Springschwänze und andere wirbellose Kleintiere, die ins Wasser gefallen sind oder sich an der Oberfläche bewegen. Beute wird mit dem Stechrüssel angestochen und ausgesaugt. Die ausgeprägte Neigung zur Flügelreduktion (Brachypterie) ist eine Anpassung an stabile Lebensräume, in denen eine Ausbreitung per Flug selten notwendig ist. Verwechslungen sind möglich mit anderen Wasserläufern der Gattung Gerris, die jedoch einen gedrungener gebauten Körper ohne den charakteristischen langen Kopf aufweisen.