Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris)
Name
Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris)
Familie
Ectobiidae
Körpergröße
Körperlänge 9–14 mm
Merkmale
Die Bernstein-Waldschabe ist eine mittelgroße Schabe mit einem charakteristisch bernsteingelblichen bis hellbraunen, leicht transparenten Körper. Beide Geschlechter besitzen vollständig entwickelte Flügel, die über das Hinterleibsende hinausragen. Das Halsschild ist hell bernsteinfarben gefärbt und zeigt keine dunklen Längsstreifen – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Deutschen Schabe. Die Beine sind schlank, gelblich gefärbt und mit feinen Dornen besetzt.
Lebensraum
Die Bernstein-Waldschabe besiedelt bevorzugt Waldränder, Hecken-Biotope, Gebüsche und strukturreiche Gärten. Sie hält sich überwiegend in der Bodenvegetation, im Fallaub und an niederen Pflanzen auf. Die Art überwintert im Eistadium in den Ootheken; die Nymphen schlüpfen im folgenden Frühjahr. Die Entwicklung bis zur ausgewachsenen Schabe kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Ursprünglich in Südeuropa beheimatet, hat sie sich seit den 1990er-Jahren zunehmend nach Mittel- und Nordeuropa ausgebreitet und ist inzwischen auch in Deutschland weit verbreitet.
Besonderheiten
Ectobius vittiventris ernährt sich von verrottendem Pflanzenmaterial und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Abbau organischer Substanz. Als echte Freilandart ist sie nicht in der Lage, in Innenräumen dauerhaft zu überleben – ein wesentlicher Unterschied zu synanthropen Schabenarten. Gelegentlich gelangt sie versehentlich in Wohnungen oder Gärten, stellt dort aber keinerlei Schädlingsgefahr dar. Verwechslungen sind möglich mit der Deutschen Schabe (Blattella germanica), die jedoch zwei markante dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild trägt und als Vorratsschädling bekannt ist. Auch andere heimische Waldschaben der Gattung Ectobius ähneln der Art.