Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Bernstein-Waldschabe Ectobius vittiventris

Name

Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Familie

Ectobiidae

Körpergröße

Körperlänge 9–14 mm

Merkmale

Die Bernstein-Waldschabe ist eine mittelgroße Schabe mit einem charakteristisch bernsteingelblichen bis hellbraunen, leicht transparenten Körper. Die Flügel der Männchen bedecken den Hinterleib vollständig, während sie bei Weibchen etwas kürzer ausfallen. Das Halsschild ist hell gefärbt und zeigt keine dunklen Längsstreifen – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber verwandten Arten. Die Beine sind schlank und hell.

Lebensraum

Die Bernstein-Waldschabe besiedelt bevorzugt Waldränder, Hecken-Biotope, Gebüsche und strukturreiche Gärten. Sie hält sich überwiegend in der Bodenvegetation, im Fallaub und an niederen Pflanzen auf. Die Art ist ganzjährig als Imago anzutreffen, da Eipakete (Ootheken) überwintern und im Frühjahr schlüpfen. Ursprünglich in Südeuropa beheimatet, hat sie sich durch den Klimawandel zunehmend nach Mittel- und Nordeuropa ausgebreitet und ist in Deutschland inzwischen weit verbreitet.

Besonderheiten

Ectobius vittiventris ernährt sich von verrottendem Pflanzenmaterial und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Abbau organischer Substanz. Als echte Freilandart ist sie nicht in der Lage, in Innenräumen dauerhaft zu überleben – ein wesentlicher Unterschied zu synanthropen Schabenarten. Gelegentlich gelangt sie versehentlich in Wohnungen oder Gärten, stellt dort aber keinerlei Schädlingsgefahr dar. Verwechslungen sind möglich mit der Deutschen Schabe (Blattella germanica), die jedoch zwei markante dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild trägt und als Vorratsschädling bekannt ist. Auch andere heimische Waldschaben der Gattung Ectobius ähneln der Art.