Köcherfliege Adicella reducta

Köcherfliege Adicella

Name

Adicella reducta

Familie

Leptoceridae

Körpergröße

Flügelspannweite ca. 10–14 mm

Merkmale

Köcherfliegen der Gattung Adicella sind schlanke, mückenartig wirkende Insekten mit langen, fadenförmigen Antennen, die deutlich länger als der Körper sein können. Die Flügel sind dicht behaart und werden in Ruhelage dachförmig über dem Hinterleib zusammengefaltet. Die Färbung ist überwiegend bräunlich bis ockergelb, teils mit leicht gefleckter oder gemusterter Flügelzeichnung. Die Arten der Gattung ähneln sich morphologisch sehr stark, sodass eine sichere Bestimmung auf Artniveau ausschließlich durch eine mikroskopische Genitaluntersuchung der Männchen möglich ist.

Lebensraum

Adicella-Arten besiedeln bevorzugt saubere, sauerstoffreiche Fließgewässer wie Bäche und kleine Flüsse, deren Ufer dicht mit Gehölzen und Hochstaudenfluren bewachsen sind. Die Larven leben im Wasser und bauen die namensgebenden Köcher aus pflanzlichem Material. Als Imagines halten sich die Tiere in Ufernähe auf, oft in der Ufervegetation ruhend. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Art und Region von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Köcherfliegen gelten als wichtige Bioindikatoren für die Gewässergüte, da ihre Larven empfindlich auf Wasserverschmutzung reagieren. Ihr Vorkommen weist daher auf ökologisch intakte Gewässer hin. Innerhalb der Gattung Adicella ist die Bestimmung im Freiland praktisch nicht möglich – selbst erfahrene Entomologen können ohne Genitaluntersuchung keine gesicherte Artbestimmung treffen. Verwechslungen mit anderen schlanken Köcherfliegen-Gattungen wie Leptocerus oder Mystacides sind möglich. Adicella reducta gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet, jedoch nicht häufig, und profitiert von Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern.