Lappländische Waldschabe (Ectobius lapponicus)
Name
Lappländische Waldschabe (Ectobius lapponicus)
Familie
Ectobiidae (Waldschaben)
Körpergröße
9–12 mm
Merkmale
Die Lappländische Waldschabe ist eine mittelgroße Schabe mit einem typisch abgeflachten, ovalen Körperbau. Die Grundfärbung der Tiere ist bräunlich bis gelbbraun, das Halsschild zeigt oft eine dunklere Zeichnung in der Mitte. Die Flügeldecken der Männchen sind voll ausgebildet und bedecken den Hinterleib vollständig, was sie von den Weibchen unterscheidet, deren Flügel deutlich kürzer und funktionslos sind. Die Beine sind kräftig und für die bodenbewohnende Lebensweise gut geeignet. Insgesamt wirken die Tiere zierlicher und schlanker als viele der bekannteren Hausschaben-Arten.
Lebensraum
Die Lappländische Waldschabe besiedelt bevorzugt lichte Wälder, Waldränder, Lichtungen sowie Hecken-Biotope. Sie lebt überwiegend in Bodennähe, versteckt sich unter Laub, Moos und Totholz und ist eng an feuchte, strukturreiche Habitate gebunden. Die Art ist tagaktiv, was sie unter den einheimischen Schaben besonders hervorhebt. Erwachsene Tiere sind von Mai bis September anzutreffen.
Besonderheiten
Anders als viele ihrer Verwandten ist die Lappländische Waldschabe ein Kind der freien Natur und hat mit Hausschaben nichts gemein. Sie ernährt sich von faulem Pflanzenmaterial und toten Insekten und übernimmt damit eine wichtige Rolle als Zersetzer im Ökosystem. Besonders bemerkenswert ist die Flugfähigkeit der Männchen, die es ihnen ermöglicht, aktiv neue Lebensräume zu erschließen. Die Weibchen hingegen sind flugunfähig. Die Art überwintert als Ei in einem Oothek genannten Eipaket. In Mitteleuropa gilt sie als ungefährdet und ist weit verbreitet. Eine Verwechslung ist mit der ähnlichen Waldschabe Ectobius sylvestris möglich, die jedoch andere Habitatpräferenzen zeigt.