Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)
Name
Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)
Familie
Lasiocampidae (Glucken)
Körpergröße
Spannweite 38–65 mm
Merkmale
Der Brombeerspinner ist ein mittelgroßer bis großer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 38 bis 65 mm. Die Flügel zeigen zwei charakteristische gelbliche Querbinden, die als verlässliches Erkennungsmerkmal dienen. Die Grundfärbung variiert von rotbraun bis ockerfarben, wobei Männchen in der Regel intensiver gefärbt wirken als Weibchen. Ein besonders auffälliges Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern sind die Fühler: Männchen besitzen stark gefiederte, kammförmige Fühler, die zur Ortung von Weibchen über deren Pheromone dienen, während die Fühler der Weibchen nur schwach gekämmt sind. Die Raupen sind dicht mit rotbraunen und schwarzen Haarbüscheln bedeckt und können im Herbst und nach der Überwinterung eine Länge von bis zu 70 mm erreichen.
Lebensraum
Der Brombeerspinner besiedelt strukturreiche Lebensräume wie Waldränder, Hecken-Biotope, Lichtungen sowie Gebüschsäume und ist in weiten Teilen Europas und Mittelasiens verbreitet. Die Art bevorzugt wärmebegünstigte, halboffene Landschaften mit einem reichhaltigen Angebot an Sträuchern und Stauden. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis Juli, wobei die nachtaktiven Falter häufig ans Licht kommen. Die Raupen entwickeln sich polyphag an verschiedenen Pflanzen, mit einer Vorliebe für Vertreter der Rosengewächse (Rosaceae) wie Brombeere und Himbeere sowie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Überwinterung erfolgt als halberwachsene Raupe.
Besonderheiten
Der Brombeerspinner ist eine der häufigeren Glucken-Arten Mitteleuropas und gilt derzeit als nicht gefährdet. Die adulten Tiere nehmen keine Nahrung mehr auf, da ihre Mundwerkzeuge vollständig zurückgebildet sind – ihr einziges Ziel ist die Fortpflanzung. Die dicht behaarten Raupen können bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen, weshalb direkter Kontakt vermieden werden sollte. Verwechslungen sind möglich mit anderen Glucken-Arten wie dem Eichenspinner (Lasiocampa quercus), der jedoch andere Flügelmuster aufweist. Die Art ist ein gutes Beispiel für ausgeprägte Geschlechtsdimorphie bei Schmetterlingen, sowohl in Größe als auch in Färbung und Fühlerform.