Buchen-Zahnspinner (Stauropus fagi)
Name
Buchen-Zahnspinner (Stauropus fagi)
Familie
Notodontidae (Zahnspinner)
Körpergröße
Flügelspannweite 45–65 mm
Merkmale
Der Buchen-Zahnspinner ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 45 bis 65 mm. Die Vorderflügel sind graubraun bis rotbraun gefärbt und zeigen ein feines, wellenliniges Muster, das der Borkenstruktur von Baumrinde täuschend ähnelt – eine hervorragende Tarnung im Ruhezustand. Die Hinterflügel sind heller und einfarbiger. Besonders auffällig sind die Raupen: Sie besitzen verlängerte, spinnenartig wirkende Vorderbeine und nehmen bei Störung eine bizarre Drohpose ein, bei der Vorder- und Hinterleib aufgerichtet werden. Ausgewachsene Raupen sind rotbraun gefärbt und erreichen eine Länge von bis zu 60 mm.
Lebensraum
Der Buchen-Zahnspinner besiedelt Laubmischwälder, Waldränder, Gärten und Parkanlagen mit geeigneten Laubgehölzen. Zu den Nahrungspflanzen der Raupen gehören insbesondere Rotbuche, daneben werden unter anderem Hainbuche, Hasel, Birke, Eiche und weitere Laubgehölze genutzt. Die nachtaktiven Falter können von April bis August beobachtet werden und kommen gelegentlich an künstliche Lichtquellen. Die Raupen entwickeln sich während der wärmeren Jahreszeit und verpuppen sich anschließend in einem lockeren, festen Kokon zwischen Blättern beziehungsweise in der Laubstreu. Die Puppe überwintert.
Besonderheiten
Das auffälligste Merkmal der Art ist das Abwehrverhalten der Raupen: Bei Bedrohung recken sie Vorder- und Hinterende des Körpers in die Höhe und imitieren damit eine Pose, die an Skorpione oder Ameisen erinnert – ein wirkungsvoller Schutzmechanismus gegenüber Fressfeinden. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt derzeit als nicht gefährdet. Verwechslungen mit anderen Zahnspinner-Arten sind möglich, doch die charakteristische Größe und Raupengestalt machen Stauropus fagi gut bestimmbar. Da die Falter stark lichtangezogen werden, sind sie häufige Gäste an Lichtfallen und bei Nachtfotoansätzen in waldnahen Gärten.