Lindenschwärmer (Mimas tiliae)
Name
Lindenschwärmer (Mimas tiliae)
Familie
Sphingidae (Schwärmer)
Körpergröße
Flügelspannweite 60–80 mm, Raupenlänge bis 65 mm
Merkmale
Der Lindenschwärmer ist ein mittelgroßer Schwärmer mit einer Flügelspannweite von 60 bis 80 mm. Die Vorderflügel zeigen eine markante, olivgrüne bis bräunliche Grundfärbung mit einem charakteristischen dunkelbraunen oder rötlich-braunen Mittelfleck, der je nach Individuum stark in Form und Größe variieren kann. Die Flügeloberseite wirkt durch die unregelmäßige Zeichnung wie gemustert oder marmoriert, was der Art eine gute Tarnung auf Baumrinde und Laub verleiht. Die Hinterflügel sind einfarbiger und meist ockergelb bis bräunlich gefärbt. Der Körper ist kräftig gebaut und dicht beschuppt, typisch für Schwärmer. Die Raupen sind grün gefärbt, haben schräge Seitenstreifen und tragen am Hinterleibsende ein charakteristisches Horn.
Lebensraum
Der Lindenschwärmer besiedelt Laubwälder, Parkanlagen, Alleen und Siedlungsbereiche, also überall dort, wo seine Futterpflanzen wachsen. Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume, darunter Linde, Erle, Ulme und Eiche, weshalb die Art an das Vorkommen dieser Gehölze gebunden ist. Die Art ist in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis Juli, wobei der Höhepunkt oft im Juni liegt. Die nachtaktiven Falter werden häufig von Lichtquellen angelockt.
Besonderheiten
Eine bemerkenswerte Besonderheit des Lindenschwärmers ist, dass die adulten Falter keinen funktionsfähigen Saugrüssel besitzen und daher keinerlei Nahrung aufnehmen können. Sie zehren ausschließlich von den Energiereserven, die sie als Raupe angelegt haben, und leben entsprechend nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen. Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden. Trotz seiner Häufigkeit gilt der Lindenschwärmer in manchen Regionen als rückläufig, was auf den Verlust von Altbaumbeständen und Alleen zurückgeführt wird. Verwechslungen sind kaum möglich, da die charakteristische Flügelzeichnung mit dem dunklen Mittelfleck innerhalb Mitteleuropas einzigartig ist.