Grasglucke (Euthrix potatoria)
Name
Grasglucke (Euthrix potatoria)
Familie
Lasiocampidae (Glucken)
Körpergröße
Flügelspannweite 40–65 mm
Merkmale
Die Grasglucke zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind deutlich kleiner und intensiver ockergelb bis rotbraun gefärbt, während Weibchen größer und blasser gelblich-beige wirken. Beide Geschlechter tragen auf den Vorderflügeln zwei auffällige weiße Punkte sowie eine schräg verlaufende, hellere Querbinde. Die Flügeloberfläche ist fein gemustert und erinnert in Textur und Zeichnung an trockenes Gras, was eine hervorragende Tarnung im Lebensraum ermöglicht. Der Körper ist kräftig gebaut und dicht behaart, wie es für Glucken typisch ist.
Lebensraum
Die Grasglucke besiedelt bevorzugt feuchte bis nasse Lebensräume: Moorwiesen, Bruchwaldbereiche, feuchte Waldlichtungen sowie Uferstreifen entlang von Bächen, Flüssen und Seen gehören zu ihren typischen Biotopen. Entscheidend ist eine hohe Luftfeuchtigkeit im Bestand. Die Raupen leben bodennah an verschiedenen Gräsern und Seggen, vor allem an Rohrglanzgras und Quecke. Die Flugzeit der dämmerungs- und nachtaktiven Falter erstreckt sich von Ende Juni bis Mitte August.
Besonderheiten
Der Artname potatoria bedeutet lateinisch etwa „trinkend“ und bezieht sich auf das auffällige Verhalten der Raupen, die gelegentlich Tautropfen von Grashalmen aufnehmen. Die Raupen überwintern als Raupen und setzen ihre Entwicklung im Frühjahr fort. Männchen werden häufig von künstlichen Lichtquellen angelockt, während Weibchen deutlich seltener am Licht erscheinen. Die Art gilt als weit verbreitet und ist in geeigneten Feuchtlebensräumen noch recht häufig. Eine Verwechslung ist am ehesten mit anderen Gluckenarten möglich.