Nessel-Schnabeleule (Hypena proboscidalis)

Nessel-Schnabeleule Hypena proboscidalis

Name

Nessel-Schnabeleule (Hypena proboscidalis)

Familie

Erebidae

Körpergröße

Flügelspannweite 27–38 mm

Merkmale

Die Nessel-Schnabeleule ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 27 bis 38 mm. Die Vorderflügel sind graubraun bis dunkelbraun gefärbt und zeigen ein charakteristisches Muster aus hellen und dunklen Querlinien sowie einem markanten, dreieckigen Mittelfeld. Besonders auffällig sind die langen, vorgestreckt getragenen Labialpalpen, die dem Falter seinen deutschen Namen Schnabeleule eingebracht haben und wie ein kleiner Schnabel oder Rüssel wirken. Die Hinterflügel sind etwas heller und einfarbiger. In Ruhestellung werden die Flügel dachförmig über dem Körper zusammengelegt, was typisch für viele Eulenfalter ist.

Lebensraum

Die Art besiedelt lichte Laubwälder, Waldränder, Ufer- und Auenbereiche entlang von Gewässern, Parklandschaften sowie Wegränder und Ruderalflächen – überall dort, wo die Raupenfutterpflanze, die Große Brennnessel, in größeren Beständen vorkommt. Die Falter halten sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe dieser Brennnesselbestände auf. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis August. In klimatisch begünstigten, wärmeren Lagen können zwei Generationen pro Jahr auftreten, in der Regel wird jedoch nur eine Generation ausgebildet.

Besonderheiten

Die Raupen der Nessel-Schnabeleule ernähren sich nahezu ausschließlich von der Großen Brennnessel (Urtica dioica), weshalb die Art eng an diese weit verbreitete Wildpflanze gebunden ist. Die Überwinterung erfolgt im Falterstadium (Imago). Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit anderen Hypena-Arten, etwa der Hopfen-Schnabeleule (Hypena rostralis), die jedoch andere Futterpflanzen bevorzugt und sich durch feinere Flügelzeichnung unterscheidet. Die Nessel-Schnabeleule gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und häufig, da ihr Lebensraum durch die Ausbreitung der Brennnessel auf Ruderalflächen und Stickstoffeinträge sogar zunimmt. Gefährdet ist die Art derzeit nicht.