Seideneulchen (Rivula sericealis)
Name
Seideneulchen (Rivula sericealis)
Familie
Erebidae
Körpergröße
Flügelspannweite 18–22 mm
Merkmale
Das Seideneulchen ist ein kleiner, zierlicher Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 18 bis 22 mm. Die Vorderflügel sind ockergelb bis strohfarben und wirken seidig glänzend, was dem Tier seinen deutschen Namen verleiht. Charakteristisch ist ein kleiner, dunkler Mittelpunkt auf dem Vorderflügel sowie eine feine, bräunliche Querlinie, die die Flügelfläche strukturiert. Die Hinterflügel sind heller und einfarbiger. Insgesamt wirkt der Falter schlicht, aber durch seinen seidigen Glanz unverwechselbar.
Lebensraum
Das Seideneulchen besiedelt bevorzugt feuchte bis wechselfeuchte Lebensräume wie Feuchtwiesen, Nasswiesen, Waldränder, Hochstaudenfluren und Ruderalflächen, aber auch Streuobstwiesen gehören zum Spektrum genutzter Habitate. Entscheidend ist das Vorhandensein von Gräsern als Raupennahrung. Die Art fliegt von Mai bis Oktober und bildet dabei zwei Generationen pro Jahr aus, wobei die erste Generation etwa im Mai und Juni und die zweite Generation ab Juli bis in den Oktober hinein erscheint.
Besonderheiten
Das Seideneulchen ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, was unter Eulenfaltern eher ungewöhnlich ist. Die Imagines ernähren sich von Nektar verschiedener Blütenpflanzen. Die Raupen fressen an verschiedenen Grasarten, darunter Rispengräser und Pfeifengras, und überwintern als Halberwachsene. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und nicht gefährdet, kann jedoch durch den Rückgang artenreicher Feuchtwiesen in bestimmten Regionen unter Druck geraten. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen kleinen, gelblichen Eulenfaltern möglich, doch der charakteristische seidene Glanz und der dunkle Mittelpunkt auf dem Vorderflügel helfen bei der sicheren Bestimmung.