Große Weidestechfliege (Haematobosca stimulans)

Große Weidestechfliege Haematobosca stimulans

Name

Große Weidestechfliege (Haematobosca stimulans)

Familie

Muscidae (Echte Fliegen)

Körpergröße

Körperlänge ca. 7 mm

Merkmale

Die Große Weidestechfliege ist eine mittelgroße, gedrungen wirkende Fliege mit einer Körperlänge von etwa 7 mm. Wie andere Vertreter der Muscidae besitzt sie kräftige Mundwerkzeuge, die zum Stechen und Saugen von Blut geeignet sind. Die Grundfärbung ist graubraun mit dunkler Längsstreifung auf dem Thorax. Die Augen sind beim Männchen deutlich größer und genähert, beim Weibchen weiter voneinander getrennt – ein klassisches Unterscheidungsmerkmal der Geschlechter bei Fliegen.

Lebensraum

Die Große Weidestechfliege ist eng an Viehweiden gebunden, da sie für ihre Fortpflanzung auf frischen Rinderkot angewiesen ist. Sie besiedelt Grünland und Weidelandschaften, bevorzugt in der Nähe von Rinderherden. Die Imagines sind von April bis Oktober aktiv und treten damit über einen langen Zeitraum im Jahr auf.

Besonderheiten

Nur die Weibchen stechen und saugen Blut – sie benötigen mehrere Blutmahlzeiten, um ihre Eier vollständig entwickeln zu können. Die Eier werden in frisch abgesetzten Rinderkot gelegt, in dem die Larven drei Entwicklungsstadien durchlaufen, bevor sie sich verpuppen. Pro Jahr können bis zu vier Generationen entstehen. Die letzte Generation überwintert als Puppe im Boden. Als lästiger Parasit für Weidetiere kann die Art in hohen Populationsdichten erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen, da der Stress durch Stiche die Tiergesundheit und Milchleistung beeinträchtigt. Eine mögliche Verwechslung besteht mit der nahe verwandten Wadenstecher-Art Stomoxys calcitrans, die ebenfalls stechen kann und ähnliche Biotope besiedelt.