Rotfleckiger Faulholzkäfer (Tritoma bipustulata)
Name
Rotfleckiger Faulholzkäfer (Tritoma bipustulata)
Familie
Erotylidae (Schimmelkäfer)
Körpergröße
ca. 4 mm
Merkmale
Tritoma bipustulata ist ein kleiner, gedrungen gebauter Käfer von etwa 4 mm Länge. Die Flügeldecken sind überwiegend schwarz gefärbt und tragen je einen markanten rotorangefarbenen Fleck im hinteren Bereich – daher der treffende deutsche Name. Der Körper ist oval und leicht gewölbt. Kopf und Halsschild sind ebenfalls schwarz. Die Beine sind kurz und kräftig gebaut, was der Art ermöglicht, sich in engen Rindenspalten und Pilzgewebe zu bewegen.
Lebensraum
Der Rotfleckige Faulholzkäfer besiedelt Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an stehendem und liegendem Totholz. Die Tiere halten sich bevorzugt im unmittelbaren Umfeld von Baumschwämmen auf, insbesondere an Arten wie Trametes, Daedalea und Lenzites. Als xylobionte Art ist sie eng an das Vorhandensein von Totholz und holzbewohnenden Pilzen gebunden. Larven und Imagines wurden im Süntel nachgewiesen, einem strukturreichen Mittelgebirgsbereich in Niedersachsen. Die Aktivitätszeit der Imagines erstreckt sich hauptsächlich von April bis September.
Besonderheiten
Larven und ausgewachsene Käfer ernähren sich ausschließlich von Pilzgewebe und sind damit obligate Mykophage. Bei Störung oder drohender Gefahr zeigen die Tiere ein typisches Schutzverhalten: Sie lassen sich einfach fallen und bleiben reglos liegen, was als Thanatose bezeichnet wird. Tritoma bipustulata gilt als Indikatorart für naturnahe, totholzreiche Wälder und profitiert von einer naturschutzgerechten Waldwirtschaft, die auf das Belassen von Altholz und Totholz setzt. Verwechslungen sind möglich mit anderen kleinen, schwarz-roten Käfern, doch die charakteristische Fleckzeichnung und der enge Bezug zu Holzpilzen machen die Art bei genauer Betrachtung gut bestimmbar.