Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus)

Westliche Keiljungfer Gomphus pulchellus

Name

Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus)

Familie

Gomphidae (Flussjungfern)

Körpergröße

Körperlänge bis 50 mm, Flügelspannweite 56–65 mm

Merkmale

Die Westliche Keiljungfer gehört zur Familie der Flussjungfern und zeigt die für Gomphiden typische keilförmige Hinterleibsverbreiterung, die der Artengruppe ihren Namen gibt. Die Grundfärbung ist schwarz-gelb gemustert, wobei gelbe Längsstreifen auf Thorax und Hinterleib charakteristisch sind. Die Augen sind getrennt und berühren sich nicht, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Libellengruppen darstellt. Männchen und Weibchen ähneln sich in der Grundzeichnung, unterscheiden sich jedoch in Details der Hinterleibsform. Die Flügel sind klar und glasartig durchsichtig.

Lebensraum

Die Westliche Keiljungfer bevorzugt vegetationsarme Stillgewässer mit kiesigem oder sandigem Untergrund, besonders Baggerseen und Kiesgruben. Seltener werden Altarme, Stauseen oder langsam fließende Kanäle besiedelt. Die Art ist in Mittel- und Westeuropa verbreitet und gilt als wärmeliebend. Imagines sind von Mai bis Anfang August anzutreffen, wobei der Flughöhepunkt in den Monaten Mai und Juni liegt. Larven leben im sandigen oder kiesigen Gewässergrund und benötigen sauberes, sauerstoffreiches Wasser.

Besonderheiten

Gomphus pulchellus zählt in Deutschland zu den gefährdeten Libellenarten und ist in der Roten Liste erfasst. Die Art reagiert empfindlich auf Gewässerverschmutzung und Lebensraumverlust, weshalb gut erhaltene Kiesgruben und Baggerseen als Refugien besondere Bedeutung haben. Adulte Tiere sind oft an vegetationsfreien, besonnten Uferbereichen sitzend zu beobachten, wo sie Beute machen oder sich aufwärmen. Verwechslungsgefahr besteht mit der Gemeinen Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus), die jedoch häufiger an Fließgewässern vorkommt und leicht abweichende Zeichnungsmuster aufweist.