Großes Granatauge (Erythromma najas)
Name
Großes Granatauge (Erythromma najas)
Familie
Coenagrionidae (Schlanklibellen)
Körpergröße
Körperlänge bis 36 mm, Flügelspannweite 40–50 mm
Merkmale
Das Große Granatauge ist eine mittelgroße Kleinlibelle mit auffälligen roten Augen, die der Art ihren Namen verleihen. Die Männchen zeigen eine leuchtend blaue Färbung am Hinterleib, während die Weibchen deutlich unscheinbarer gefärbt sind: Ihr Körper ist überwiegend bräunlich-grünlich mit hellen Zeichnungsmustern und weniger intensiver Blaufärbung. Beide Geschlechter besitzen die charakteristischen großen, granatroten Komplexaugen. Der Hinterleib ist schlank und typisch für Schlanklibellen gestreckt.
Lebensraum
Das Große Granatauge besiedelt bevorzugt stehende und schwach fließende Gewässer mit üppiger Schwimmblattvegetation, vor allem Seen, Altarme und größere Teiche mit Seerosen- und Teichrosenbeständen. Die Art ist eng an diese Pflanzen gebunden und nutzt die Schwimmblätter als Sitz- und Jagdwarte sowie als Eiablageplatz. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli.
Besonderheiten
Das Große Granatauge gilt als eine der wenigen Kleinlibellen Mitteleuropas, die intensiv auf offenen Wasserflächen jagen und dabei weit über das Wasser hinausfliegen. Weibchen legen ihre Eier endophytisch in Schwimmblätter ein, häufig in Gesellschaft des Männchens im Tandem. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Kleinen Granatauge (Erythromma viridulum), das jedoch kleiner ist und eine deutlich unterschiedliche Hinterleibszeichnung aufweist. In Deutschland ist die Art regional gefährdet, da geeignete nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Gewässer mit naturnaher Schwimmblattvegetation zunehmend seltener werden.