Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia)
Name
Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia)
Familie
Gomphidae (Flussjungfern)
Körpergröße
Körperlänge bis 60 mm, Flügelspannweite 62–74 mm
Merkmale
Die Grüne Flussjungfer gehört zu den auffälligsten heimischen Libellenarten. Ihr Körper zeigt eine charakteristische Kombination aus gelbgrünem Grundton und schwarzem Muster auf Thorax und Abdomen. Der Hinterleib ist schlank und beim Männchen an der Basis deutlich verbreitert, was typisch für Gomphiden ist. Die Augen sind im Leben leuchtend grün und berühren sich – im Gegensatz zu vielen anderen Libellengruppen – nur an einem einzigen Punkt. Die Flügel sind glasklar und ungefleckt. Insgesamt ist die Art aufgrund ihrer markanten Färbung im Feld gut zu erkennen.
Lebensraum
Ophiogomphus cecilia besiedelt ausschließlich naturnahe, sauerstoffreiche Fließgewässer mit sandigem oder kiesigem Substrat – bevorzugt werden größere Bäche und mittelgroße Flüsse mit geringer Trübung und naturbelassenen Uferbereichen. Die Larven leben im Lückensystem der Gewässersohle und sind auf gute Wasserqualität angewiesen. Geeignete Habitate finden sich heute vor allem in Mittelgebirgsregionen und deren Vorland. Die Flugzeit erstreckt sich von Mitte Mai bis Mitte Oktober, mit einem Aktivitätsschwerpunkt in den Sommermonaten Juni und Juli.
Besonderheiten
Die Grüne Flussjungfer reagiert ausgesprochen empfindlich auf Wasserverschmutzung und gilt daher als wertvoller Indikator für intakte Fließgewässer. Auch Wasserbaumaßnahmen wie Begradigung, Verbauung der Ufer oder Stauhaltung können Bestände erheblich schädigen. In der Roten Liste Niedersachsens wird die Art mit RL 3 (gefährdet) eingestuft. Bundesweit ist sie nach FFH-Richtlinie in Anhang II und IV gelistet, was besonderen gesetzlichen Schutz bedeutet. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen Gomphiden möglich, etwa der Gemeinen Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus), die jedoch ein abweichendes Farbmuster aufweist. Männchen sind territorial und patrouillieren tieffliegend über dem Wasser.