Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

Helm-Azurjungfer Coenagrion mercuriale

Name

Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

Familie

Schlanklibellen (Coenagrionidae)

Körpergröße

Körperlänge bis 31 mm, Flügelspannweite 25–44 mm

Merkmale

Die Helm-Azurjungfer ist eine zierliche, blau-schwarz gemusterte Schlanklibelle. Männchen tragen auf dem zweiten Hinterleibssegment eine charakteristische Zeichnung, die einem Merkur-Helm ähnelt und der Art ihren Namen gab. Die Grundfärbung der Männchen ist leuchtend azurblau mit schwarzen Mustern auf den Hinterleibssegmenten. Weibchen sind unauffälliger gefärbt – oft grünlich oder bläulich – und lassen sich zuverlässig über die Zeichnung am Hinterrand der Vorderbrust bestimmen. Insgesamt wirkt die Art sehr grazil und klein im Vergleich zu anderen heimischen Libellen.

Lebensraum

Die Helm-Azurjungfer besiedelt naturnahe, langsam fließende Bäche, Wiesengräben und Quellbereiche mit üppiger Wasservegetation, insbesondere Bestände des Brunnenkresse-Gesellschaften und anderer submerser Pflanzen. Sie ist an sauberes, sauerstoffreiches Wasser gebunden und gilt als Indikatorart für intakte Fließgewässer im Offenland. Trockenlegung, Begradigung und Wasserverschmutzung zerstören ihren Lebensraum. Die Flugzeit erstreckt sich von Mitte Mai bis Anfang August, mit dem Aktivitätsschwerpunkt im Juni und Juli.

Besonderheiten

Die Helm-Azurjungfer zählt zu den seltensten Libellenarten Deutschlands. In der Roten Liste Niedersachsens wird sie als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft, auch bundesweit gilt sie als stark gefährdet. Hauptursachen des Rückgangs sind die Intensivierung der Landwirtschaft, Gewässerausbau und der Verlust artenreicher Feuchtwiesen. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Azurjungfern, etwa der Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) oder der Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum), weshalb eine genaue Betrachtung der Hinterleibszeichnung unerlässlich ist. Der Fundort bei der Alten Südaue in Wunstorf gehört zu den wenigen bekannten Vorkommen in der Region.