Johannisbeer-Blattwespe (Macrophya ribis)
Name
Johannisbeer-Blattwespe (Macrophya ribis)
Familie
Tenthredinidae (Echte Blattwespen)
Körpergröße
Larve ca. 15–20 mm, Imago ca. 8–10 mm
Merkmale
Die Larven von Macrophya ribis zeigen eine auffällige zweifarbige Zeichnung: Der vordere Körperabschnitt ist grünlich gefärbt, während der hintere Bereich ins Bräunliche übergeht. Charakteristisch ist ein markanter schwarzer Fleck auf dem Hinterkopf, der als zuverlässiges Bestimmungsmerkmal gilt. Die Larven besitzen wie alle Blattwespenlarven neben den drei echten Brustbeinpaaren zusätzliche Bauchbeine, was sie von Schmetterlingsraupen äußerlich ähnlich, aber deutlich unterscheidbar macht. Die adulten Tiere sind schwarz gefärbt mit hellen Beinen und einem charakteristischen Adernmuster auf den Flügeln.
Lebensraum
Die Art ist eng an Holunder-Gewächse gebunden und besiedelt daher bevorzugt Standorte, an denen Sambucus-Arten wachsen: Waldränder, Gebüschsäume, Hecken, Gärten, Auwälder und Ruderalflächen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas. Die Larven erscheinen in der Regel von Mai bis Juli, mitunter gibt es eine zweite Generation im Spätsommer. Die adulten Wespen sind von April bis Juni anzutreffen.
Besonderheiten
Macrophya ribis ist ein ausgeprägter Nahrungsspezialist, der ausschließlich an Holunder-Arten frisst, darunter Roter Holunder (Sambucus racemosa), Zwerg-Holunder (S. ebulus) und Schwarzer Holunder (S. nigra). Bei starkem Befall können die Larven die Holundersträucher erheblich entlauben, was jedoch selten zu dauerhaften Schäden führt. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit anderen Macrophya-Arten, die ebenfalls an Gehölzen fressen. Die Eiablage erfolgt durch das sägeförmige Legerohr des Weibchens direkt in das Blattgewebe. Natürliche Gegenspieler sind parasitoide Schlupfwespen sowie insektenfressende Vögel.