Gemeine Kiefernbuschhornblattwespe (Diprion pini)
Name
Gemeine Kiefernbuschhornblattwespe (Diprion pini)
Familie
Diprionidae (Buschhornblattwespen)
Körpergröße
Larve bis ca. 25 mm Körperlänge
Merkmale
Die Larven der Gemeinen Kiefernbuschhornblattwespe sind typische Afterraupen mit einem auffällig gemusterten Körper. Der Kopf ist gelblich-braun bis orangefarben gefärbt, der Körper zeigt eine gelblich-grüne Grundfärbung mit einer charakteristischen dunklen Längslinie auf dem Rücken sowie seitlichen hellen Streifen. Die Larven besitzen neben den drei echten Brustbeinpaaren auch Bauchbeine, was sie von echten Schmetterlingsraupen unterscheidbar macht. Ausgewachsene Weibchen der Imagines sind bräunlich-schwarz gefärbt und erreichen eine Körperlänge von etwa 9 bis 11 mm, während die Männchen etwas kleiner und schlanker sind. Die Fühler der Männchen sind charakteristisch kammförmig gezähnt, woraus sich der Name Buschhornblattwespe ableitet.
Lebensraum
Die Art ist eng an Kiefernwälder (Pinus spec.) gebunden und besiedelt bevorzugt lichte, trockene Kiefernforste sowie natürliche Kiefernwälder der Tieflagen Mitteleuropas. Sie kommt in weiten Teilen Europas vor, von der Iberischen Halbinsel bis nach Sibirien, und ist in Deutschland weit verbreitet. Die Larven erscheinen je nach Region und Witterung ab April bzw. im Frühsommer, bei mehreren Generationen pro Jahr auch bis in den Herbst hinein. Die Imagines fliegen vorrangig von April bis Juni sowie in Folgegenerationen im Sommer und Frühherbst. Überwinterung erfolgt als Puppe im Kokon im Boden oder in der Streuschicht unterhalb der Kiefern.
Besonderheiten
Die Gemeine Kiefernbuschhornblattwespe gilt als bedeutender Forstschädling, da ihre Larven ausschließlich Kiefernnadeln fressen und bei Massenvermehrungen ganze Bestände vollständig entnadeln können. Geschwächte Bäume werden dadurch anfälliger für Sekundärschädlinge wie Borkenkäfer. Je nach Region bildet die Art bis zu drei Generationen pro Jahr, was Populationsausbrüche begünstigt. Zur Abwehr von Fressfeinden können die Larven einen harzartigen Drüsensekret aus dem Mund absondern. Natürliche Gegenspieler sind Schlupfwespen, Tachinenfliegen sowie verschiedene Singvogelarten. In der Forstwirtschaft wird die Art durch Monitoring überwacht, und bei Bedarf kommen biologische Bekämpfungsmittel wie das Kernpolyedervirus (Diprion-pini-NPV) zum Einsatz, das speifisch gegen diese Art wirkt und als umweltschonendes Mittel gilt.