Schwarze Kirschblattwespe (Caliroa cerasi)
Name
Schwarze Kirschblattwespe (Caliroa cerasi)
Familie
Tenthredinidae (Echte Blattwespen)
Körpergröße
Larve bis ca. 10 mm; Imago ca. 4–6 mm
Merkmale
Die Larven der Schwarzen Kirschblattwespe sind zunächst gelblich-grün gefärbt, überziehen sich jedoch schon früh mit einer auffälligen, glänzend schwarzen Schleimschicht, die ihnen ein fast schneckenartiges Aussehen verleiht. Diese Schleimschicht macht die Larven rutschig und schwer greifbar für Fressfeinde. Der Körper ist weich, leicht abgeflacht und verjüngt sich zum Hinterende hin. Die erwachsenen Wespen sind überwiegend schwarz gefärbt, glänzend und besitzen zwei Flügelpaare. Die Flügel sind leicht getrübt und zeigen eine typische Blattwespenaderung.
Lebensraum
Die Art besiedelt Gärten, Obstplantagen, Streuobstwiesen sowie Hecken und Waldränder, überall dort, wo Rosengewächse (Rosaceae) vorkommen. Bevorzugte Wirtspflanzen sind Kirsche, Birne, Pflaume, Apfel, aber auch Weißdorn und Eberesche. Die Larven der ersten Generation erscheinen ab Ende Mai bis Juli auf der Blattoberseite, die zweite Generation ist von August bis September aktiv. Die erwachsenen Wespen fliegen entsprechend in zwei Schüben von Frühjahr bis Spätsommer.
Besonderheiten
Caliroa cerasi bildet zwei Generationen pro Jahr. Zur Überwinterung verlassen die ausgewachsenen Larven die Wirtspflanze und graben sich in den Boden ein, wo sie als Larve oder Vorpuppe überwintern und sich erst im darauffolgenden Frühjahr verpuppen. Die Larven schaben das Blattgewebe von der Oberseite ab, sodass die Blätter ein charakteristisches fensterbrennendes Schadmuster zeigen und vertrocknen können. Bei starkem Befall kann die Baumvitalität geschwächt werden, was besonders in Obstplantagen wirtschaftlich relevant ist. Natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen und Vögel regulieren die Population. Eine Verwechslung mit Schneckenlarven anderer Blattwespenarten, etwa Caliroa varipes, ist möglich.