Fichten-Blattspanner (Thera variata / Thera britannica)
Name
Fichten-Blattspanner (Thera variata / Thera britannica)
Familie
Geometridae (Spanner)
Körpergröße
Spannweite 22–28 mm
Merkmale
Thera variata und Thera britannica sind äußerlich sehr ähnlich und lassen sich anhand der Flügelzeichnung nicht sicher voneinander trennen. Beide Arten zeigen eine typische Spanner-Zeichnung mit grau- bis olivbrauner Grundfärbung und mehreren dunkleren Querbinden auf den Vorderflügeln. Die Mittelbinde ist meist breiter und kontrastreicher als die übrigen Bänder. Die Hinterflügel sind heller und weniger deutlich gemustert. Bei den Männchen kann die Form der Fühler zur Unterscheidung herangezogen werden: Bei Thera britannica sind die mittleren Fühlerglieder im Profil deutlich sägezahnartig, während die Fühler von Thera variata fadenförmig erscheinen. Bei den Weibchen ist eine sichere Unterscheidung anhand äußerer Merkmale wesentlich schwieriger und kann eine Untersuchung der Genitalstrukturen erforderlich machen.
Lebensraum
Beide Arten sind eng an Nadelbäume gebunden. Thera variata lebt vor allem an Fichte (Picea abies), während Thera britannica insbesondere mit Tanne (Abies) verbunden ist. Die Falter können daher in Nadel- und Mischwäldern sowie in geeigneten Beständen mit den entsprechenden Nahrungspflanzen auftreten. Die Raupen ernähren sich von den Nadeln ihrer jeweiligen Wirtspflanzen. Die Falter fliegen in mehreren saisonalen Flugperioden; die genaue Flugzeit variiert regional und abhängig von den Bedingungen.
Besonderheiten
Die enge morphologische Ähnlichkeit beider Arten macht sie zu einem klassischen Beispiel für Kryptospezies innerhalb der Familie Geometridae. Erst durch molekulargenetische und genitalmorphologische Untersuchungen konnte ihre Eigenständigkeit als zwei separate Arten gesichert werden. Im Freiland und auch in Sammlungen wurden und werden Exemplare beider Arten häufig verwechselt oder gemeinsam unter einem Namen geführt. Beide Arten gelten in Mitteleuropa als nicht gefährdet und sind in geeigneten Nadelwaldbiotopen regelmäßig anzutreffen. Für Hobbyentomologen stellen sie eine besondere Herausforderung dar, da selbst erfahrene Sammler ohne Präparation keine sichere Bestimmung treffen können.