Balancierstabmotte (Stathmopoda pedella)
Name
Balancierstabmotte (Stathmopoda pedella)
Familie
Stathmopodidae
Körpergröße
Flügelspannweite 14–16 mm
Merkmale
Die Balancierstabmotte ist ein kleiner Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 14 bis 16 mm. Die Vorderflügel sind ockergelb bis orangebraun gefärbt und weisen einen charakteristischen Glanz auf. Besonders auffällig ist das namensgebende Merkmal der Art: In Ruhehaltung streckt die Motte ihre büschelig beborsteten Hintertibien nahezu rechtwinklig vom Körper ab, was an einen Balancierstab erinnert. Dieses Verhalten ist innerhalb der Schmetterlinge sehr ungewöhnlich und macht die Art leicht erkennbar. Die Fühler sind fadenförmig und reichen in Ruhe nach vorne.
Lebensraum
Die Balancierstabmotte besiedelt Auwälder sowie die Uferbereiche von Fließ- und Stillgewässern, überall dort, wo ihre Raupenfutterpflanzen, die Schwarzerle (Alnus glutinosa) und die Grau-Erle (Alnus incana), vorkommen. Darüber hinaus kann die Art in allen Lebensräumen mit Erlenbeständen angetroffen werden, beispielsweise in Erlenbrüchen oder feuchten Waldrändern. Die Imagines fliegen von Ende Mai bis Juli und sind damit typische Frühsommerfalter. Die Art ist eng an das Vorkommen von Erlen gebunden und daher in ihrem Auftreten stark standortgebunden.
Besonderheiten
Die Raupen der Balancierstabmotte ernähren sich von den unreifen Früchten beziehungsweise Fruchtständen der Erlen und fressen dort die Samen. Das namensgebende Spreizen der vergrößerten, beborsteten Hintertibien in der Ruheposition ist ein typisches Merkmal der Art. Die Familie Stathmopodidae ist weltweit artenreich vertreten, in Mitteleuropa jedoch vergleichsweise artenarm. Verwechslungen sind möglich mit anderen kleinen Kleinschmetterlingen; das charakteristische Beinhalten grenzt die Art jedoch deutlich ab. Über die genaue Gefährdungssituation liegen regional unterschiedliche Einschätzungen vor; der Rückgang von Erlen-Auwaldbiotopen stellt jedoch einen potenziellen Gefährdungsfaktor dar.