Sackträgermotten (Coleophora)
Name
Sackträgermotten (Coleophora)
Familie
Coleophoridae
Körpergröße
Spannweite je nach Art meist 8–25 mm
Merkmale
Die Arten der Gattung Coleophora sind äußerlich einander sehr ähnlich und lassen sich ohne mikroskopische Genitaluntersuchung kaum sicher bestimmen. Die meisten Falter sind schlank gebaut mit schmalen, spitz zulaufenden Vorderflügeln und langen Fühlern. Die Färbung variiert je nach Art von ockergelb und hellbraun bis silbrig-weiß oder grau, oft mit feinen Längsstreifen oder dezenten Zeichnungselementen. Die Hinterflügel sind schmal und tragen ausgeprägte Fransen. Im Ruhezustand werden die Fühler nach vorne gestreckt, was ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Familie darstellt.
Lebensraum
Die Arten der Gattung Coleophora besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen, die eng mit den jeweiligen Wirtspflanzen verknüpft sind. Dazu gehören Wälder, Waldränder, Hecken, Wiesen, Moore, Dünen und Gärten – überall dort, wo geeignete Futterpflanzen wie Gräser, Kräuter, Laubbäume oder Nadelbäume vorkommen. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich je nach Art von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten Juni und Juli. Viele Arten sind dämmerungs- oder nachtaktiv.
Besonderheiten
Besonders auffällig ist das Verhalten der Raupen: Im frühen Larvenstadium minieren sie in Blättern oder Nadeln ihrer Wirtspflanzen. Im weiteren Verlauf fertigt jede Raupe einen charakteristischen tragbaren Sack aus Pflanzenteilen, in dem sie lebt, frisst und sich schließlich auch verpuppt. Dabei unterscheiden sich die Säcke zwischen den Arten erheblich in Form, Größe und verwendetem Material – manche nutzen Blattstücke, andere Samen- oder Stängelteile. Dieser Sack dient gleichzeitig als Schutz vor Fressfeinden. Die Gattung Coleophora ist mit weltweit über 1.400 beschriebenen Arten eine der artenreichsten Schmetterlingsgattungen überhaupt. In Europa und Deutschland ist sie mit mehreren hundert Arten vertreten. Die Bestimmung erfordert aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit oft Spezialkenntnisse und ist ein klassisches Betätigungsfeld für Lepidopterologen.