Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus)
Name
Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus)
Familie
Geotrupidae (Mistkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 16–24 mm
Merkmale
Der Waldmistkäfer ist ein kräftig gebauter, rundlich-gewölbter Käfer mit glänzend blauvioletter bis blaugrüner Oberseite, die je nach Lichteinfall metallisch schimmert. Die Unterseite ist meist leuchtend blau oder violett gefärbt. Die Flügeldecken tragen deutliche Längsrippen, und die kräftigen Beine sind mit starken Dornen besetzt, die dem Tier beim Graben helfen. Das Halsschild ist im Vergleich zur verwandten Art schwächer und weniger dicht punktiert, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt.
Lebensraum
Der Waldmistkäfer ist vor allem in Laub- und Nadelwäldern sowie in Mischwäldern anzutreffen, wo ausreichend Wildkot oder Losung von Rehen, Wildschweinen und anderen Säugetieren vorhanden ist. Er bevorzugt schattige, feuchte Waldstandorte mit lockerem Boden, der das Graben von Gängen erleichtert. Die Imagines sind von Juli bis September aktiv und auch in der Dämmerung und nachts unterwegs.
Besonderheiten
Das Brutverhalten des Waldmistkäfers ist besonders bemerkenswert: Die Käfer graben unter Kothaufen tiefe unterirdische Gänge, an deren Ende sie Brutkammern anlegen. Darin werden die Eier gemeinsam mit Kotpillen als Nahrungsvorrat für die schlüpfenden Larven deponiert. Diese Brutfürsorge ist innerhalb der Käfer ungewöhnlich. Anoplotrupes stercorosus erfüllt als Kotzersetzer eine wichtige ökologische Funktion im Nährstoffkreislauf des Waldes. Eine häufige Verwechslungsart ist der Frühlings-Mistkäfer Trypocopris vernalis, der sich jedoch durch ein stärker und dichter punktiertes Halsschild unterscheidet. Beide Arten sind in Mitteleuropa weit verbreitet und gelten derzeit nicht als gefährdet.