Gebänderter Stachelkäfer (Variimorda villosa)

Gebänderter Stachelkäfer Variimorda villosa

Name

Gebänderter Stachelkäfer (Variimorda villosa)

Familie

Mordellidae (Stachelkäfer)

Körpergröße

Körperlänge 5–8 mm

Merkmale

Der Gebänderte Stachelkäfer ist ein kleiner, gedrungen wirkender Käfer aus der Familie der Mordellidae. Charakteristisch für diese Familie ist der nach hinten zugespitzte, buckelartige Körperbau sowie der zapfenartig verlängerte Hinterleibsfortsatz. Die Körperoberfläche ist dicht mit hellen und dunklen Härchen besetzt, die ein gebändertes oder geschecktes Muster erzeugen – daher der deutsche Name. Die Flügeldecken sind bräunlich bis schwärzlich gefärbt, mit hellen Querbinden aus anliegenden Härchen. Die Beine sind kräftig und zum schnellen Wegspringen geeignet, was typisch für Stachelkäfer ist.

Lebensraum

Der Gebänderte Stachelkäfer bewohnt feuchte Lebensräume und ist besonders häufig in Flussauen und Auenwäldern anzutreffen, wo geeignetes Totholz von Weiden und Pappeln vorhanden ist. Erwachsene Tiere findet man auf Blüten, an denen sie Pollen fressen. Die Flugzeit und Hauptaktivitätszeit der Imagines liegt von Juni bis Juli.

Besonderheiten

Die Entwicklung von Variimorda villosa ist eng an Totholz von Weiden und Pappeln gebunden. Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an dieses Substrat, die Larven entwickeln sich xylobiont, also holzbewohnend, und benötigen etwa ein Jahr bis zur Verpuppung. Die Verpuppung erfolgt im Herbst, und die fertig entwickelten Käfer überwintern in ihren Puppenhöhlen im Holz – ein unter Käfern verbreitetes, aber bemerkenswertes Strategiemerkmal. Durch den fortschreitenden Rückgang von Auenwäldern und Totholz in Flussauen gilt die Art als potenziell gefährdet. Stachelkäfer der Gattung Variimorda können leicht mit anderen Mordelliden verwechselt werden, da sich viele Arten sehr ähneln und eine sichere Bestimmung oft nur durch Genitaluntersuchung oder unter dem Mikroskop möglich ist.