Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis)

Oedemera nobilis Männchen

Name

Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis)

Familie

Oedemerinae (Scheinbockkäfer)

Körpergröße

8–11 mm (Körperlänge)

Merkmale

Der Grüne Scheinbockkäfer ist ein schlanker, langgestreckter Käfer mit einem auffällig starken metallisch-grünen Glanz, der ihn von anderen Vertretern der Gattung Oedemera deutlich unterscheidet. Die Flügeldecken klaffen zur Hinterleibsspitze hin auseinander und bedecken das Abdomen nicht vollständig – ein typisches Merkmal der gesamten Gattung. Besonders markant beim Männchen sind die stark verdickten Hinterschenkel, die im direkten Vergleich mit dem Weibchen sofort ins Auge fallen. Weibchen besitzen hingegen schlanke, unauffällige Hinterbeine. Die Fühler sind fadenförmig und relativ lang. Insgesamt wirkt das Tier zierlich, fast zerbrechlich.

Lebensraum

Der Grüne Scheinbockkäfer besiedelt eine Vielzahl offener und halboffener Lebensräume. Man begegnet ihm auf blütenreichen Wiesen, in lichten Wäldern und Waldrändern sowie in Gebüschen und Hecken. Als Blütenbesucher ist er häufig auf Körblern und Doldenblütlern anzutreffen, wo er Pollen und Nektar aufnimmt. Die Larven entwickeln sich in den Stängeln krautiger Pflanzen oder in morschem Holz. Die Erscheinungszeit der Imagines erstreckt sich von April bis Juli, mit einem Häufigkeitsgipfel im Mai und Juni. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und in geeigneten Habitaten oft häufig anzutreffen.

Besonderheiten

Der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus bei den Hinterbeinen des Männchens ist eines der markantesten Erkennungsmerkmale innerhalb der Familie und dient vermutlich der innerartlichen Konkurrenz sowie der Partnerwahl. Andere Arten der Gattung Oedemera, etwa Oedemera lurida oder Oedemera flavipes, sind wesentlich matter gefärbt und können bei flüchtiger Betrachtung verwechselt werden – der metallische Glanz von Oedemera nobilis ist jedoch ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Die Art gilt in Mitteleuropa als ungefährdet und profitiert von extensiv genutzten Blumenwiesen. Als Blütenbesucher übernimmt sie eine untergeordnete Rolle bei der Bestäubung von Wildpflanzen.