Eichenblattroller (Attelabus nitens)
Name
Eichenblattroller (Attelabus nitens)
Familie
Attelabidae (Blattroller)
Körpergröße
Körperlänge ca. 5 mm
Merkmale
Der Eichenblattroller ist ein kompakt gebauter, kleiner Rüsselkäfer mit auffälliger zweifarbiger Erscheinung: Der Halsschild und die Flügeldecken sind leuchtend rot bis orangerot gefärbt, während Kopf, Rüssel, Beine und Fühler tiefschwarz sind. Der Rüssel ist im Vergleich zu anderen Rüsselkäfern relativ kurz und breit. Die Flügeldecken sind grob punktiert und bedecken den Hinterleib vollständig. Durch die kontrastreiche Rot-Schwarz-Färbung ist die Art im Feld gut zu erkennen und kaum mit anderen heimischen Arten zu verwechseln.
Lebensraum
Der Eichenblattroller besiedelt lichte Laubwälder, Waldränder und Gebüschzonen, wobei er eng an das Vorkommen von Eichen gebunden ist. Bevorzugt werden sonnige, warme Standorte, an denen Eichen in Strauchform oder als Jungbäume wachsen, da die Weibchen für den Blattrollbau gut erreichbare Blätter benötigen. Die Art ist von Mai bis August aktiv und damit über den gesamten Frühsommer und Hochsommer anzutreffen.
Besonderheiten
Das bemerkenswerteste Verhalten des Eichenblattrollers ist der Bau der charakteristischen Blattrolle durch das Weibchen. Es rollt ein Eichenblatt kunstvoll zu einer zylinderförmigen Rolle auf und legt darin ein, gelegentlich auch zwei Eier ab. Die schlüpfende Larve ernährt sich vom verwelkenden und später teilweise zersetzten Blattgewebe innerhalb der Blattrolle. Nach Abschluss ihrer Entwicklung bleibt die Larve in der Blattrolle und überwintert dort. Im folgenden Frühjahr verpuppt sie sich, bevor der fertige Käfer schlüpft. Dieses Verhalten schützt Ei und Larve innerhalb der Blattrolle vor vielen äußeren Einflüssen. Der Eichenblattroller ist eng an Eichen gebunden; besonders häufig werden verschiedene Eichenarten als Wirtspflanzen genutzt. In Deutschland ist die Art weit verbreitet und gilt als ungefährdet.