Blutroten Schnellkäfer (Ampedus sanguinolentus)
Name
Blutroten Schnellkäfer (Ampedus sanguinolentus)
Familie
Schnellkäfer (Elateridae)
Körpergröße
Körperlänge 9–11,5 mm
Merkmale
Der Blutrote Schnellkäfer ist ein mittelgroßer Vertreter der Schnellkäfer und trägt seinen Namen wegen seiner auffällig blutroten bis scharlachroten Färbung der Flügeldecken, die in starkem Kontrast zum schwarzen Halsschild und Kopf steht. Wie alle Schnellkäfer besitzt er einen länglich-parallelen, leicht abgeflachten Körperbau sowie den charakteristischen Klick-Mechanismus zwischen Pro- und Mesothorax, der es dem auf dem Rücken liegenden Käfer erlaubt, sich mit einem hörbaren Schnappgeräusch selbst aufzurichten.
Lebensraum
Der Blutrote Schnellkäfer besiedelt Laub- und Mischwälder, Parks und Waldränder mit einem ausreichenden Angebot an starkem Totholz, vor allem morsches Holz von Pappeln, Weiden und Eichen. Die Larven entwickeln sich mehrjährig im weißfaulen Holz dieser Bäume. Die adulten Tiere sind vor allem im späten Frühjahr und Frühsommer anzutreffen, typischerweise von Mai bis Juli, wenn sie sich oft auf der Vegetation oder an den Brutbäumen aufhalten.
Besonderheiten
Während die Imagines sich überwiegend pflanzlich von Pollen und Nektar ernähren, sind die Larven räuberisch und erbeuten andere Käferlarven und Kleinstlebewesen unter der Rinde. Diese ausgeprägten Ernährungsunterschiede zwischen Larve und Imago sind typisch für viele Elateriden. Die Art gilt als Zeigertier für naturnahe, strukturreiche Wälder mit hohem Totholzanteil und ist in intensiv bewirtschafteten Forsten selten geworden. In Deutschland wird sie auf den Roten Listen verschiedener Bundesländer als gefährdet oder zurückgehend eingestuft. Verwechslungen sind mit anderen rotflügeligen Ampedus-Arten möglich, etwa Ampedus cinnaberinus oder Ampedus erythrogonus, weshalb zur sicheren Bestimmung die genaue Untersuchung der Fühler und Beinstruktur empfehlenswert ist.