Kleiner Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula)
Name
Kleiner Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula)
Familie
Lampyridae (Leuchtkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 8–10 mm
Merkmale
Der Kleine Leuchtkäfer zeigt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen sind vollständig geflügelt und besitzen ein kräftig entwickeltes Leuchtorgan am Hinterleib, das gelblich-grünes Licht erzeugt. Die Weibchen hingegen sind larviform, das heißt sie bleiben flügellos und behalten ein larvenähnliches Aussehen. Ihr Leuchtorgan ist ebenfalls vorhanden, aber schwächer ausgeprägt. Der Körper ist abgeflacht, die Färbung überwiegend dunkelbraun bis schwärzlich, mit hell abgesetzten Rändern am Halsschild. Das abgebildete Exemplar zeigt ein Weibchen der Art.
Lebensraum
Der Kleine Leuchtkäfer besiedelt strukturreiche, feuchte bis halbschattige Lebensräume wie Waldränder, Auwälder, Gärten und Wiesen. Er bevorzugt Gebiete mit dichter Bodenvegetation und ausreichend Schneckenvorkommen als Nahrungsgrundlage für die Larven. Die Art ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet. Die Erscheinungszeit der adulten Tiere erstreckt sich von Mitte Mai bis Juli, wobei die nächtliche Schwärmaktivität der Männchen ihren Höhepunkt in warmen, schwülen Sommernächten erreicht.
Besonderheiten
Adulte Tiere nehmen keinerlei Nahrung mehr auf und leben als Imago nur maximal zehn Tage – die gesamte Energie wird dem Fortpflanzungsgeschäft gewidmet. Männchen erzeugen während des Fluges rhythmische Lichtimpulse, um bodennahe Weibchen anzulocken, die mit einem Gegensignal antworten. Die Larven sind aktive Räuber und ernähren sich von Nackt- sowie Gehäuseschnecken, denen sie ein lähmendes Sekret injizieren. Häufig wird Lamprohiza splendidula mit dem verwandten Großen Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) verwechselt, bei dem jedoch nur das Weibchen leuchtet und das Männchen flugfähig ist, aber kein sichtbares Licht erzeugt. Der Rückgang beider Arten wird mit intensiver Landnutzung, Lichtverschmutzung und dem Rückgang von Schneckenpopulationen in Verbindung gebracht.