Stutzkäfer (Saprinus)

Stutzkäfer Gattung Saprinus

Name

Stutzkäfer (Saprinus)

Familie

Histeridae (Stutzkäfer)

Körpergröße

3–7 mm Körperlänge

Merkmale

Die Arten der Gattung Saprinus sind kleine, gedrungene Käfer mit charakteristisch abgestutzten Flügeldecken, durch deren verkürzte Hinterenden Teile des Hinterleibs sichtbar bleiben. Der Körper ist stark gewölbt und nahezu kugelförmig. Die Oberseite ist glänzend schwarz, bei manchen Arten mit metallisch grünem oder bronzefarbenem Schimmer. Die Flügeldecken sind gestreift und zeigen feine Punktreihen. Die Beine sind kurz und kräftig gebaut, die Vorderbeine teilweise zu Grabwerkzeugen umgebildet. Innerhalb der Gattung ähneln sich die Arten teilweise stark, sodass für eine sichere Bestimmung häufig eine genaue mikroskopische Untersuchung erforderlich ist.

Lebensraum

Stutzkäfer der Gattung Saprinus besiedeln vor allem offene, warme Lebensräume wie Sandtrockenrasen, Feldränder, Wegränder und steppenartige Biotope. Die Tiere sind eng an das Vorkommen von Aas und organischem Zersetzungsmaterial gebunden und finden sich regelmäßig an Tierkadavern. Manche Arten treten auch in Dunganhäufungen oder unter verrottenden Pflanzenresten auf. Erwachsene Käfer sind überwiegend von Frühjahr bis Herbst aktiv, mit einem Aktivitätsschwerpunkt von April bis September.

Besonderheiten

Das Verhalten der Stutzkäfer ist ausgesprochen vielschichtig. Die Imagines leben räuberisch und ernähren sich bevorzugt von anderen Insekten sowie deren Larven, die sie an Aas aufsuchen. Damit spielen sie eine wichtige ökologische Rolle in der Leichenfauna und sind von Bedeutung in der forensischen Entomologie. Bei Bedrohung zeigen die Tiere Thanatose, auch als Totstellreflex bekannt: Sie ziehen Beine und Fühler eng an den Körper und verharren bewegungslos. Dank ihrer glatten, gewölbten Körperform können sie sich in diesem Zustand auch gut in Bodenspalten zurückziehen. Die Larven sind ebenfalls räuberisch und jagen andere Fliegenlarven im Aas. Die Gattung Saprinus umfasst weltweit mehrere hundert Arten, in Mitteleuropa kommen etwa ein Dutzend Vertreter vor.