Großer Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca)
Name
Großer Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca)
Familie
Lampyridae (Leuchtkäfer)
Körpergröße
10–20 mm (Körperlänge)
Merkmale
Der Große Leuchtkäfer zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen ist vollständig geflügelt, besitzt gut entwickelte Flügeldecken und große Facettenaugen, die ihm das Auffinden leuchtender Weibchen erleichtern. Es wirkt insgesamt käfertypisch und ist bräunlich bis dunkelbraun gefärbt. Das Weibchen hingegen ist larvenähnlich, bleibt flügellos und ist deutlich plumper gebaut. Charakteristisch sind die blassgelb-grünlichen Leuchtorgane auf den letzten Hinterleibssegmenten des Weibchens, die im Dunkeln gut sichtbar leuchten. Beide Geschlechter tragen ein auffälliges Halsschild, das den Kopf teilweise bedeckt.
Lebensraum
Der Große Leuchtkäfer bewohnt halboffene bis offene Landschaften wie Wiesen, Böschungen, Waldränder, Hecken und Gärten. Er bevorzugt feuchte, strukturreiche Biotope mit dichter Bodenvegetation, da die Weibchen bodennah sitzen und leuchten. Die Art ist von Mai bis August aktiv, wobei die Hauptflugzeit der Männchen und die Leuchtsaison der Weibchen in die Monate Juni und Juli fallen.
Besonderheiten
Das auffälligste Merkmal der Art ist die Biolumineszenz: Die Weibchen erzeugen durch eine enzymatische Reaktion mit dem Protein Luziferin ein kaltes, gelblich-grünes Licht, das nahezu keine Wärme abgibt. Damit locken sie in der Dämmerung und nachts die umherfliegenden Männchen zur Paarung an. Bei den Männchen ist die Leuchtfähigkeit nur sehr schwach ausgeprägt. Die Larven des Großen Leuchtkäfers sind räuberisch und ernähren sich bevorzugt von Schnecken, denen sie ein lähmendes Sekret injizieren. Die Imagines hingegen nehmen kaum oder keine Nahrung auf. Durch Intensivlandwirtschaft, Lichtverschmutzung und den Rückgang von Schneckenpopulationen gilt die Art in Teilen Mitteleuropas als gefährdet und ist in manchen Bundesländern auf der Vorwarnliste.