Stolperkäfer (Valgus hemipterus)
Name
Stolperkäfer (Valgus hemipterus)
Familie
Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Körpergröße
Körperlänge 6–10 mm
Merkmale
Der Stolperkäfer ist ein kleiner, gedrungen wirkender Blatthornkäfer mit auffällig verkürzten Flügeldecken, die einen großen Teil des Hinterleibs unbedeckt lassen. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt und mit hellen, schuppenartigen Haarbüscheln besetzt, die ein geflecktes Muster erzeugen. Die Flügeldecken lassen bei beiden Geschlechtern das Hinterleibsende frei, wobei das Weibchen zusätzlich einen unübersehbaren, langen Legestachel (Telson) am Körperende trägt. Beide Geschlechter besitzen die für Blatthornkäfer typischen Fühler mit fächerartig ausgebildeten Endgliedern.
Lebensraum
Der Stolperkäfer besiedelt strukturreiche Lebensräume wie Gärten, Waldränder und Hecken-Biotope, wo altes oder absterbendes Laubholz vorhanden ist. Die Imagines sind von April bis Juni aktiv und bevorzugen sonnige, blütenreiche Bereiche, da sie sich von Pollen und Nektar ernähren. Für die Eiablage benötigen die Weibchen Laubbaum-Totholz, in das sie ihre Eier einstechen. Die Art ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet.
Besonderheiten
Die Larven des Stolperkäfers entwickeln sich in morschem, mulmigem Holz abgestorbener Laubbäume und leisten damit einen Beitrag zum Abbau von Totholz. Die Entwicklung ist einjährig. Die fertigen Käfer überwintern anschließend in der Puppenwiege und erscheinen im folgenden Frühjahr. Wegen seiner geringen Körpergröße und der unscheinbaren Färbung wird der Stolperkäfer leicht übersehen. Er ist in Deutschland nicht gefährdet, ist jedoch auf ein ausreichendes Angebot an Totholz angewiesen und profitiert daher von einer naturnahen Garten- und Waldpflege. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen kleinen Blatthornkäfern der Unterfamilie Valginae möglich, die in Mitteleuropa jedoch nur wenige Arten umfasst.