Schimmelkäfer (Antherophagus nigricornis)

Schimmelkäfer Antherophagus nigricornis

Name

Schimmelkäfer (Antherophagus nigricornis)

Familie

Cryptophagidae (Schimmelkäfer)

Körpergröße

Körperlänge ca. 5 mm

Merkmale

Der Schimmelkäfer Antherophagus nigricornis ist ein kleiner, gedrungen gebauter Käfer von etwa 5 mm Länge. Der Körper ist oval und leicht gewölbt, die Grundfärbung ist rotbraun bis gelbbraun, wobei die Flügeldecken eine feine, dichte Behaarung aufweisen, die dem Tier ein seidiges Erscheinungsbild verleiht. Markant sind die namensgebenden dunklen, schwarzen Fühler, auf die auch das Artepitheton nigricornis – lateinisch für schwarzhörnig – hinweist. Die Beine sind heller gefärbt als die Fühler. Antennen und Beine sind typisch für die Familie Cryptophagidae geformt, mit einem leicht gekeulten Fühlerende.

Lebensraum

Die Art besiedelt bevorzugt trockene, offene bis halboffene Lebensräume wie Wiesen, Gärten und Waldränder. Dort halten sich die Imagines auf Blüten auf, wo sie Pollen und Nektar aufnehmen. Da die Weibchen auf Hummeln als Transportwirte angewiesen sind, kommen die Käfer vor allem dort vor, wo Hummelvölker in der Nähe nisten – also an blütenreichen Säumen, in Streuobstwiesen und an strukturreichen Feldrändern. Die Erscheinungszeit der Imagines liegt hauptsächlich im späten Frühjahr und Sommer, von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli.

Besonderheiten

Antherophagus nigricornis zeigt ein faszinierendes und hochspezialisiertes Fortpflanzungsverhalten: Die Weibchen klettern auf Hummeln und lassen sich aktiv in deren Erdnester tragen – ein Verhalten, das als Phoresie bezeichnet wird. Im Nest legen sie ihre Eier ab. Die schlüpfenden Larven ernähren sich von organischen Abfallstoffen und Nahrungsresten im Hummelnest, ohne dem Wirtsvolk dabei nennenswerten Schaden zuzufügen. Diese Form der Kommensalismus-Strategie ist innerhalb der Cryptophagidae ungewöhnlich und macht die Art ökologisch besonders interessant. Verwechslungen sind möglich mit der sehr ähnlichen Art Antherophagus pallens, die jedoch heller gefärbt ist und hellere Fühler besitzt. Beide Arten sind in Mitteleuropa verbreitet und nicht als gefährdet eingestuft.