Bunter Saftkugler (Glomeris klugii)

Glomeris klugii (syn. Glomeris undulata, G. conspersa)

Name

Bunter Saftkugler (Glomeris klugii)

Familie

Glomeridae

Körpergröße

Körperlänge 6 bis 22 mm

Merkmale

Der Bunte Saftkugler gehört zu den Saftkuglern (Glomeridae) und ist damit kein Tausendfüßer im engeren Sinne, sondern ein Doppelfüßer (Diplopoda). Charakteristisch für die Gattung Glomeris ist die Fähigkeit, sich bei Gefahr zu einer nahezu perfekten Kugel einzurollen – ähnlich wie Rollasseln, mit denen die Art häufig verwechselt wird. Glomeris klugii zeigt eine auffällige, variable Zeichnung: Der dunkelbraune bis schwarze Körper ist mit hellen, gelblichen bis orangefarbenen Flecken oder Querbändern gemustert, was dem Tier seinen deutschen Namen eingebracht hat. Der Körper ist stark gewölbt und besteht aus mehreren Rückenschilden (Tergiten).

Lebensraum

Der Bunte Saftkugler besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder, insbesondere in höheren Lagen der Mittelgebirge. Im norddeutschen Flachland, etwa im niedersächsischen Tiefland, tritt die Art nur selten auf. Typische Aufenthaltsorte sind feuchte, humusreiche Stellen unter Totholz, Rinde, Laubstreu oder Steinen, wo das Mikroklima stabil und ausreichend feucht ist. Nur bei entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit ist Glomeris klugii gelegentlich auch oberirdisch anzutreffen. Als Bewohner der Bodenstreuschicht ist die Art ganzjährig vorhanden, im Sommer jedoch bei Trockenheit meist tief im Substrat verborgen.

Besonderheiten

Glomeris klugii ist eng mit der Humusbildung verknüpft: Als Zersetzer ernährt sich die Art von verrottenden Pflanzenteilen und pilzdurchsetztem Totholz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Nährstoffkreislauf des Waldbodens. Die Art ist unter mehreren Synonymen beschrieben worden, darunter Glomeris undulata und Glomeris conspersa. Eine häufige Verwechslung besteht mit Rollasseln (Armadillidium-Arten), die jedoch Krebstiere sind und sich in Körperbau sowie Beinzahl deutlich unterscheiden. Glomeris klugii besitzt pro Körpersegment zwei Beinpaare, Rollasseln hingegen nur eines. Über den Gefährdungsstatus in Deutschland liegen regional unterschiedliche Einschätzungen vor; in Flachlandregionen gilt die Art als selten.