Bergstreckerspinne (Tetragnatha montana)

Tetragnatha montana findet man in Gewässernähe

Name

Bergstreckerspinne (Tetragnatha montana)

Familie

Tetragnathidae (Streckerspinnen)

Körpergröße

Weibchen 8–11 mm, Männchen 6–9 mm Körperlänge

Merkmale

Die Bergstreckerspinne besitzt die für Streckerspinnen typische schlanke, langgestreckte Körperform. Auffälligstes Merkmal der Weibchen ist eine wellenartige Zeichnung an den Seiten des Hinterleibs, die der Art ihren alternativen deutschen Namen Wellenbindige Streckerspinne eingebracht hat. Der Hinterleib ist silbrig-grünlich bis bräunlich gefärbt und wirkt oft metallisch glänzend. Charakteristisch für die gesamte Gattung Tetragnatha sind die verhältnismäßig kurzen Hinterbeine und die deutlich längeren Vorderbeine. In Ruhestellung streckt die Spinne alle Beine nach vorne und hinten aus und presst sich eng an Zweige oder Halme, wodurch sie nahezu unsichtbar wird. Die Cheliceren sind kräftig entwickelt und auffallend lang, was ein weiteres Gattungsmerkmal darstellt.

Lebensraum

Tetragnatha montana lebt bevorzugt in unmittelbarer Gewässernähe – an Bachläufen, Flussufern, Teichen und feuchten Wiesen. Dort hält sie sich an Sträuchern, Schilf, Hochstauden und niederen Ästen von Bäumen auf, wo sie kleine Radnetze in horizontaler oder leicht geneigter Ausrichtung baut. Die Art ist in weiten Teilen Europas sowie in Teilen Asiens verbreitet und in geeigneten Feuchträumen häufig anzutreffen. Erwachsene Tiere sind vor allem von Mai bis August zu beobachten, wobei die Hauptaktivität in den Sommermonaten liegt.

Besonderheiten

Die Bergstreckerspinne ist eine von mehreren ähnlichen Tetragnatha-Arten, was die Bestimmung im Freiland erschwert. Eine zuverlässige Artbestimmung erfordert oft die mikroskopische Untersuchung der Geschlechtsorgane. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Tetragnatha extensa und Tetragnatha obtusa, die denselben Lebensraum besiedeln. Das namensgebende Wellenmuster der Weibchen ist ein nützliches Feldmerkmal, reicht allein jedoch nicht zur sicheren Bestimmung aus. Männchen besitzen besonders lange, zangenartige Cheliceren, die bei der Paarung zur Fixierung des Weibchens genutzt werden – ein bei Spinnen ungewöhnliches Verhalten. Die Art gilt in Deutschland als ungefährdet und ist in passenden Feuchtlebensräumen gut zu finden.