Roesels Beißschrecke (Roeseliana roeselii)

Die häufige Art bevorzugt feuchte Lebensräume mit dichter Vegetation

Name

Roesels Beißschrecke (Roeseliana roeselii)

Familie

Tettigoniidae (Laubheuschrecken)

Körpergröße

14–26 mm Körperlänge

Merkmale

Roesels Beißschrecke ist eine mittelgroße Laubheuschrecke mit kräftigem Körperbau. Die Grundfärbung ist braun bis grünlich-braun, wobei die Seiten des Halsschildes auffällig hell gerandet sind – dieses helle Seitenband gilt als eines der markantesten Erkennungsmerkmale. Der Hinterleib zeigt oft eine gelblich-grüne bis olivfarbene Tönung. Die Flügel sind bei der häufigen Kurzflügelform stark verkürzt und reichen kaum über den Hinterleib hinaus; selten treten vollflügelige Individuen auf. Weibchen tragen einen langen, leicht gebogenen Legebohrer.

Lebensraum

Die Art besiedelt bevorzugt feuchte bis wechselfeuchte Wiesen, naturbelassene Wiesenränder sowie Trockenrasen, Wegränder und Hecken-Biotope mit dichter, hochwüchsiger Vegetation. Sie ist eng an strukturreiche Offenlandbiotope gebunden und meidet beschattete oder intensiv bewirtschaftete Flächen. Adulte Tiere sind von Juni bis Oktober anzutreffen. Das vorliegende Weibchen wurde im Juli 2012 auf einer naturbelassenen Wiese beim Wunstorfer Moor beobachtet.

Besonderheiten

Roesels Beißschrecke zählt zu den häufigsten und verbreitetsten Laubheuschrecken Mitteleuropas und ist in weiten Teilen Deutschlands anzutreffen. Ihr Gesang ist ein charakteristisches, langanhaltendes, elektrisch zischendes Dauersurren, das vor allem an warmen Sommertagen zu vernehmen ist. Bemerkenswert ist das gelegentliche Auftreten vollflügeliger Individuen, besonders in Jahren mit sommerlicher Wärme – diese Tiere können weite Strecken zurücklegen und tragen zur Ausbreitung der Art bei. Als Nahrung dienen vor allem Gräser und krautige Pflanzen, gelegentlich auch kleinere Insekten. Eine Verwechslung ist am ehesten mit der Kurzflügeligen Beißschrecke möglich, die jedoch andere Habitatansprüche hat. Die Art gilt derzeit als nicht gefährdet.